đŸ‘đŸ§¶ Wolle von Schafen

đŸ§„ Wolle gilt als “natĂŒrliche” Alternative zur Kunstfaser. Sie wird zum Beispiel zur Herstellung von Kleidung oder Teppichen verwendet. Wenn man an Wolle und deren Herkunft denkt, stellen sich viele Menschen gemĂŒtlich grasende Schafe vor, die auf einer saftigen Weide leben. HĂ€ufig wird fĂ€lschlicherweise angenommen, dass es keine Probleme bei der Herstellung von Wolle gibt, denn das Abschneiden von Haaren tut ja nicht weh. Und mĂŒssen die Tiere nicht sogar geschoren werden, wenn ihnen zu viel Wolle wĂ€chst?

‌ TatsĂ€chlich werden natĂŒrlich auch Schafe in riesigen Herden gehalten. WĂ€hrend in Deutschland bis zu 1.500 Tiere in einer Herde leben, sind es in Australien teilweise ĂŒber 10.000 Schafe. Etwa ein Viertel der weltweiten Wolle stammt aus Australien und auch in Deutschland gehandelte Wolle hat hĂ€ufig einen australischen Ursprung - bei Merinowolle betrĂ€gt der australische Anteil sogar fast 100 Prozent. Wenn den Tieren zu viel Wolle wĂ€chst, mĂŒssen sie geschoren werden. Das liegt daran, dass sie seit Jahrhunderten auf möglichst viel Wolle gezĂŒchtet werden. Ohne menschlichen Eingriff wĂŒrde ihnen nur so viel wachsen, wie sie zum Schutz vor Temperaturen brauchen. Das bedeutet aber nicht, dass Wolle ein "Produkt" ist, das zwangsweise anfĂ€llt. Vielmehr sollte die Zucht der Tiere ohne natĂŒrlichen Fellwechsel gestoppt werden. Die Schur ist meistens ein traumatisches Ereignis. Aufgrund von Zeitdruck und Akkordarbeit werden die Schafe oft brutal behandelt und es kommt zu zahlreichen Schnittverletzungen.

💔 Eine besonders grausame Methode ist das Mulesing. Hierzulande ist sie deswegen verboten, in Australien aber erlaubt. Um besonders viel Wolle zu produzieren, also möglichst “ertragreich” zu sein, werden den Schafen zusĂ€tzliche Hautfalten angezĂŒchtet. Am meisten sind Merinoschafe davon betroffen. Vor allem die Falten im Bereich des Afters eignen sich als Nistplatz fĂŒr Fliegen. Diese legen dort ihre Eier ab und die Larven ernĂ€hren sich dann vom Fleisch der Tiere. Um das zu verhindern, werden die Hautfalten oftmals einfach abgeschnitten, meistens ohne BetĂ€ubung und Behandlung der Wunden. Auch Alternativen zum Schneiden, wie das sog. Clip-Mulesing sind mit großen Schmerzen verbunden. Verteidiger:innen des Mulesings entgegnen, dass es doch schlimmer wĂ€re, wenn die Schafe von innen von Larven aufgefressen werden. Die Lösung dieses Konfliktes ist eigentlich recht einfach: Ein Zuchtstopp fĂŒr Schafe mit zu viel Wolle.

đŸ”ȘđŸ©ž Nach etwa sechs Jahren lĂ€sst bei Schafen die Wollleistung nach. Sie verlieren an wirtschaftlichem Wert und werden getötet, oft im Nahen Osten und in Nordafrika, wo das Schlachten billig und die Nachfrage nach Schaffleisch am grĂ¶ĂŸten ist. Viele Tiere ĂŒberleben die Schifffahrt dorthin nicht. GrundsĂ€tzlich gilt, wer das Töten von Tieren und das Essen von tierischen Produkten ablehnt, muss konsequenterweise auch auf Wolle verzichten.

đŸŒ±đŸ‘š Kaufe keine Wolle! Es gibt heute mehr als genug pflanzliche und synthetische Alternativen, beispielsweise Baumwolle. Achte generell auch beim Kauf deiner Kleidung darauf, dass diese immer vegan ist.

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Die blutige Spur der Wolle - Ethik.Guide (ethikguide.org)

Tierleid bei der Wollproduktion · Dlf Nova (deutschlandfunknova.de)

Mulesing - das Leiden der Merinoschafe (greenality.de)

Wolle: Wir beantworten die 12 wichtigsten Fragen (peta.de)