💔🐍🩎 Terraristik & Exotenhaltung: Tierleid im Glaskasten

Hund und Katze reichen lĂ€ngst nicht mehr: Was die „Heim“tierhaltung betrifft, kann es vielen Menschen hierzulande gar nicht exotisch genug sein. Eingeglaste Mikro-Dschungel oder -WĂŒsten in Form von grĂ¶ĂŸeren und kleineren Terrarien fĂŒllen teilweise Keller, HobbyrĂ€ume und/oder Wohnzimmer und bilden in manchen FĂ€llen ganze „Heimzoos“. Meist ĂŒppig bepflanzt, hell ausgeleuchtet, eingestreut und dekorativ ausgekleidet, sollen sie dem trauten Heim Exotik einhauchen und – je nach Optik, „Seltenheitswert“ und GefĂ€hrlichkeitsgrad des „tierischen Besatzes“ - fĂŒr Faszination und/oder Nervenkitzel sorgen.

🐍🐾🩂 Vor allem teilweise aus aller Welt stammende terrestrische (landbewohnende) Tiere wie Reptilien, so etwa Schlangen und Bartagamen, Amphibien wie bspw. Frösche und Unken, Wirbellose wie Vogelspinnen und Skorpione sowie (exotische) KleinsĂ€uger wie etwa Gerbils, fristen oft ein trostloses artwidriges Dasein hinter (Plexi-)Glas. Allesamt hochkomplexe, hinsichtlich ihrer Habitatsbedingungen anspruchsvolle und leidensfĂ€hige Geschöpfe, welche, ihres Ursprungs entsprechend, exakt an sie angepasste klimatische Bedingungen sowie adĂ€quate Luftfeuchtigkeit, Futtermittel und Bodenbeschaffenheit benötigen, um ein artgerechtes und gesundes Leben fĂŒhren zu können. Ein Leben, wie es ihnen innerhalb eines Terrariums i.d.R. verwehrt bleibt und resultierend oft von Leidensdruck geprĂ€gt ist. Vielen Exotenhaltenden mangelt es, aufgrund von NachlĂ€ssigkeit oder schlichtem Desinteresse, an nötiger Fachkenntnis, was die Verpflegung sowie den korrekten artspezifischen Umgang mit den empfindsamen Geschöpfen betrifft. Anders als domestizierte Tiere, können Exoten wie Reptilien menschlicher NĂ€he und „Zuneigung“ zudem i.d.R. nichts abgewinnen - vielmehr können die Tiere massiven Stress erleiden, wenn sie betatscht oder auf den Arm genommen werden und sich infolge physisch bedrĂ€ngt oder gar bedroht sehen - Exoten sind keine „Streicheltiere“!

🐍💾 LĂ€ngst ist die Terraristik – als kostenintensive Haltungsform - zu einer beachtlichen Wirtschaftssparte erwachsen, die nicht nur von der VerĂ€ußerung der BehĂ€ltnisse selbst, zugehöriger GerĂ€tschaften und Ausstattungselemente profitiert, sondern vor allem auch mit dem Handel der terrarienbewohnenden Exoten großen Reibach macht. Wo die Nachfrage stetig steigt und die Nachzucht verschiedener Arten mit hohem finanziellen Aufwand und vielen Schwierigkeiten verbunden ist, werden nicht selten auch WildfĂ€nge zum Verkauf angeboten, die ihrer natĂŒrlichen Umgebung zuvor gewaltsam entrissen wurden, in welcher sie als unverzichtbare Öko-Akteure fungiert und ein Leben fernab von (plexi)glĂ€sernen Barrieren gefĂŒhrt haben. Nicht alle raren Exoten genießen internationalen Schutzstatus - oft ist dieser national beschrĂ€nkt und spielt dem globalen Handel mit gefĂ€hrdeten Arten somit in die Karten. Insbesondere extrem seltene und daher teils noch unentdeckte Arten sind von internationalen „Handelsregulierungen“ i.d.R. ausgenommen und können daher zur leichten Beute fĂŒr kriminelle HĂ€ndler:innen und perfide profitorientierte Strukturen werden – darunter vor allem Reptilien und Amphibien, wie sie von fernen LĂ€ndern aus nach Europa geschmuggelt, um letztlich, nebst Nachzuchten, in Zoohandlungen oder auf entsprechenden Messen – wie etwa der weltgrĂ¶ĂŸten „Börse fĂŒr Terrarientiere“ – der „Terraristika“ in Hamm – als in winzige Plastikboxen gesperrte „WĂŒhltischware“ offeriert zu werden, wĂ€hrend die BestĂ€nde in ihren UrsprungslĂ€ndern meist zusehends schwinden. Viele Tiere ĂŒberleben die Transportstrapazen nicht - und gehen, mangels hinreichender Versorgung oder aufgrund von Verletzungen und/oder Stresseinwirkung elendig zugrunde, noch bevor sie in den Handel gelangen.

💔🐁 Ein nicht minder grausames und ebenso tierleidförderndes Parallel-GeschĂ€ft stellt die Zucht sowie die VerĂ€ußerung von so genannten „Futtertieren“ dar, welche „Terrarien“-Tieren i.d.R. lebendig zum Fraß vorgeworfen werden. Heuschrecken, Grillen u.a. werden zuhauf in kleine BehĂ€ltnisse gepfercht, wo sie meist ohne ausreichend Bewegung und Futter dahinhinvegetieren und nicht selten verenden. Als „Schlangenfutter“ gezĂŒchtete und gehandelte MĂ€use und Ratten ereilt oft ein Ă€hnlich qualvolles, tierschutzwidriges Schicksal.

đŸđŸŠŽâ—ïžTerraristik bzw. Exotenhaltung bedeutet i.d.R. Tierleid hinter (Plexi-)Glas, fördert NaturplĂŒnderung, gefĂ€hrdet den globalen Artenschutz und sollte konsequent aus (deutschen) Haushalten verbannt werden! – Wir fordern dahingehend ein dezidiertes Ausstellungs- sowie Handelsverbot!

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Quellen:

âžĄïž Terrarientiere: Into the wild! - Ethik.Guide (ethikguide.org)

âžĄïž Reptilienschmuggel: Handel ohne Grenzen ‱ Pro Wildlife

âžĄïž „Wildtiere als WĂŒhltischware“: Tierschutzorganisation kritisiert „Terraristika“ in Hamm