WELTFRAUENTAG: Wir stellen 4 großartige Tierschützerinnen vor
Im Tierschutz leisten viele Frauen Außergewöhnliches, ohne die Aufmerksamkeit zu bekommen, die sie verdienen. Das möchten wir ändern! Zum Weltfrauentag am 08. März 2026 stellen wir dir vier beeindruckende Frauen vor, die Großartiges im Tierschutz bewirken. Unter ihnen:
- Tierschutzaktivistin und Modedesignerin Sandy P. Peng
- Toba Animal Friends Sumatra-Gründerin Anita
- Box-Legende und TV-Moderatorin Tina Schüssler
- Vegan.Bullerbyn-Gründerin Anna Ritzinger
Die vier haben sich dazu bereit erklärt, uns ein paar Fragen zu beantworten und persönliche Einblicke in ihren Tierschutzeinsatz zu geben. Neugierig geworden? Dann scrolle weiter!
Sandy P. Peng

Sandy P. Peng ist Aktivistin, Tierschützerin und Modedesignerin mit eigenem Tierschutz-Modelabel. Seit knapp zwei Jahrzehnten setzt sie sich aktiv für Tiere ein und wirkte an regionalen wie internationalen Tierschutzkampagnen mit.
Ihr Engagement umfasst kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, die Initiierung und Unterstützung von Kampagnen, die Begleitung von Demonstrationen, intensive Recherchearbeit sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen. Darüber hinaus beteiligt sie sich regelmäßig an direkten Einsätzen für Tiere im In- und Ausland.
Seit elf Jahren führt sie das vegane, fair produzierte Tierschutz-Modelabel SANDY P. PENG®. Das Label versteht sich nicht nur als Marke, sondern als Bewegung. Mit klaren Botschaften macht sie auf Tierrechte aufmerksam – laut, klar und kompromisslos tierfreundlich. Hier gelangst du zu Sandys Shop.
Sandy P. Peng ist selbstständig mit eigenen Projekten tätig und Teil des VGT – Verein gegen Tierfabriken.
Sandys größte Erfolge im Tierschutz
Seit rund 20 Jahren ist Sandy P. Peng kontinuierlich in der Aktivismus- und Kampagnenarbeit für Meerestiere, Pelztiere und sogenannte Nutztiere tätig. Zahlreiche Medienberichte über ihr Engagement sorgten dafür, dass diese Themen überregionale öffentliche Aufmerksamkeit und nachhaltige Sichtbarkeit erreichten.
Sie wirkte an zahlreichen nationalen und internationalen Kampagnen mit und unterstützte diese aktiv. Einen Überblick erhältst du hier.
Mit der Entwicklung ihres eigenen veganen, fair produzierten Tierschutz-Modelabels schuf sie eine wirkungsvolle Plattform für Aufklärung und klare Botschaften im Sinne der Tierrechte.
2024 gründete sie PROJEKT SINAI, das sich der nachhaltigen medizinischen Versorgung und Durchführung von Kastrationen von Straßentieren widmet – mit direkter und langfristiger Wirkung vor Ort. Mehr zum PROJEKT SINAI erfährst du hier.
Interview
Wie hast du es geschafft, im Tierschutz erfolgreich zu sein? Hast du Tipps für Interessierte?
“Ich glaube, mein ‘Erfolg’ liegt vor allem in der Beständigkeit. Ich habe früh verstanden, dass Emotion allein nicht reicht – es braucht Struktur, Kooperationen und einen langen Atem.
Mein Tipp: Fang an. Auch wenn es klein ist. Warte nicht auf perfekte Bedingungen. Vernetze dich, informiere dich gut und handle verantwortungsvoll. Und: Baue dir Resilienz auf. Tierschutz kann emotional sehr fordernd sein. Man muss lernen, Mitgefühl zu haben, ohne daran zu zerbrechen.”
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?
“Mein Fokus liegt bei den sogenannten Nutztieren. Gleichzeitig arbeite ich an PROJEKT SINAI, denn dort kann mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand viel unmittelbarer Tierschutz umgesetzt werden, insbesondere medizinische Versorgung und Kastrationen für Straßentiere.
Parallel dazu entwickle ich mein Tierschutz-Modelabel weiter. Für mich ist es ein Instrument der Bewusstseinsbildung: Mode als Haltung, nicht als Trend.”
Welches Klischee über Veganer:innen trifft auf dich zu?
“Ich bin konsequent, wenn es um Tiere geht, und spreche Missstände klar an. Und ja – manchmal bin ich auch unbequem. Gleichzeitig versuche ich, Menschen respektvoll zu begegnen und Brücken zu bauen.”
Webseiten
www.sandyppeng.com
www.sandyppeng-shop.com
Anita

Anita ist Gründerin der NGO-Organisation Toba Animal Friends Sumatra in Indonesien. Zudem arbeitet sie freiberuflich an Recherchen zu Wild- und Haustierthemen für Journalist:innen.
Anitas größte Erfolge im Tierschutz
Toba Animal Friends Sumatra konzentriert sich auf die Bildungskampagne “Dogs Are Not Food” in Nord-Sumatra. Dafür verhandeln sie auch mit der Regierung, konzentrieren sich aber auf das Kastrations- und Sterilisationsprogramm. Grund dafür ist, dass 35 % des Hundefleisches in Indonesien von Tieren stammt, die von ihren Halter:innen verkauft werden. Dazu sehen sie sich gezwungen, da die Hunde bis zu 2x im Jahr Welpen bekommen und die Halter:innen diese nicht versorgen können. Bisher konnte die Kampagne beinahe 100 Hunde und Katzen retten.
Interview
* Ins Deutsche übersetzt *
Wie hast du es geschafft, im Tierschutz erfolgreich zu sein? Hast du Tipps für Interessierte?
“Vor der Gründung meiner eigenen Organisation, habe ich ehrenamtlich in Hundesheltern in Thailand und Indonesien ausgeholfen. Ebenso habe ich als Ökotourismus-Managerin für die NGO International Animals Rescue for Orangutan in Kalimantan in Indonesien gearbeitet.
Mein einziger Tipp ist: Folge deinem Herzen und finde Lösungen. Ich habe mein Auto und das Auto meiner Eltern verkauft, um die Hunde und Katzen versorgen zu können, die wir gerettet haben. Denn meine Organisation hat ganz klein angefangen. Nur wenige Menschen kannten sie. Besuche Konferenzen, Seminare und lerne immer etwas dazu und vernetze dich.”
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?
“Mein aktuelles Projekt ist das Kastrations- und Sterilisationsprogramm, da die Situation für die Tiere in Nord-Sumatra am schlimmsten ist. Dadurch konnten wir bereits fast 100 Hunde und Katzen retten (darunter mehr Hunde).”
Welches Klischee über Veganer:innen trifft auf dich zu?
“Ich lebe selbst vegan und versorge die Angestellten im Rettungszentrum jeden Tag mit vegetarischen Mahlzeiten. Zudem arbeiten wir mit dem Reiseveranstalter Vegan Voyages zusammen, sodass ihre Gäste oft zu Lake Toba kommen. Ihnen bieten wir hier ein Programm für Freiwilligenarbeit an, vegane Kochkurse, Meditationen und Wanderungen mit unseren geretteten Hunden.”
Social Media
Toba Animal Friends Sumatra (@tobaanimalfriends)
Tina Schüssler

Tina Schüssler ist Entertainerin, Sängerin (Solo & Band), Event-Moderatorin, K-1 u. Box-Weltmeisterin, TV-Ringsprecherin und Box-Kommentatorin bei DAZN, Schauspielerin und Unternehmerin. Zudem ist ihr das soziale Engagement für Mensch und Tier sehr wichtig. Dafür hat sie 2023 das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Tina engagiert sich seit Jahren aktiv für Mensch und Tier. So ist sie Patin und Botschafterin in vielen Organisationen, darunter das DRK, das BRK, die Bayerische Krebsgesellschaft, das Universitätsklinikum Augsburg Kinderschmerzzentrum, die Kinderklinik Weiden, die DKMS, das Palliative Care Team, Sea Shepherd sowie The Godfather of Dogs. Darüber hinaus unterstützt sie zahlreiche Projekte und Veranstaltungen, um für das Wohl von Tieren zu kämpfen.
Tinas größte Erfolge im Tierschutz
Zu ihren wichtigsten Erfolgen zählt, dass sie durch ihre öffentliche Präsenz viele Menschen für das Thema Tierschutz sensibilisiert. Sie unterstützt Spendenaktionen, wird als Schirmherrin für Events eingesetzt, übernimmt Patenschaften, hilft, Missstände öffentlich zu machen oder unterstützt Spendenaktionen. Besonders stolz ist sie, wenn sie Menschen zum Umdenken bewegen und nachhaltige Unterstützung für Tierschutzprojekte initiieren kann.
Interview
Wie hast du es geschafft, im Tierschutz erfolgreich zu sein? Hast du Tipps für Interessierte?
“Erfolg im Tierschutz bedeutet für mich nicht Ruhm, sondern Wirkung. Ich habe gelernt, dass man einen langen Atem braucht. Der Schlüssel ist Authentizität, Konsequenz und echte Überzeugung. Ich setze meine Bekanntheit gezielt ein, um Aufmerksamkeit zu schaffen – aber genauso wichtig ist die praktische Arbeit im Hintergrund.
Mein Tipp für Interessierte: Fangt im Kleinen an. Unterstützt lokale Initiativen, informiert euch gründlich und bleibt dran. Jeder Beitrag zählt – sei es durch Spenden, ehrenamtliche Arbeit oder einfach durch bewusste Entscheidungen im Alltag.”
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?
“Ich bin gerade dran, eine Igel-Auffangstation in meiner Stadt aufzubauen. Zudem hat SOKO Tierschutz die schreckliche Qual und das Leid von tausenden Kaninchen, die in einer Blutfarm in Kissing bei einem Bio-Bauern leben, aufgedeckt. Das muss unterstützt werden, denn die Behörden verbieten, dass man diesen Skandal weiter bekannt macht, um diesen Tierquäler zu schützen.
Dann möchte ich das Böllerverbot an Silvester weiter anschieben. Das muss endlich ein Ende haben.
Auch Tiere raus aus dem Zirkus! Dafür mache ich mich stark.”
Welches Klischee über Veganer:innen trifft auf dich zu?
“Vielleicht das Klischee, dass Veganer:innen sehr konsequent sind, denn wenn ich mich für etwas entscheide, dann zu 100 Prozent. Allerdings trifft das Vorurteil, dass Veganer:innen missionierend oder dogmatisch sind, auf mich nicht zu. Ich setze lieber auf Inspiration statt auf Druck. Jeder soll seinen eigenen Weg finden, wichtig ist nur, dass wir bewusster mit Tieren und unserer Umwelt umgehen.
Mein größter Wunsch wäre, dass es kein Tierleid mehr gibt.”
Homepage & Tourdaten
Mail: tina@tina-schuessler.de
Anna Ritzinger

Anna Ritzinger ist Tierschutzaktivistin und Gründerin sowie 1. Vorsitzende des Lebenshofes Vegan.Bullerbyn e.V. in Bayern. Dort leben viele ehemalige sogenannte Nutztiere, aber auch “Haus”- und Wildtiere, die gerettet wurden. Bei Vegan.Bullerbyn dürfen sie einfach Tiere sein, ohne benutzt zu werden. “Der Hof ist aber nicht nur ein Zufluchtsort für Tiere, sondern auch ein Ort der Begegnung, der politischen Diskussion und der Bildung. Menschen können hier erleben, dass eine andere Beziehung zu Tieren möglich ist. Inzwischen sind wir zu einer solidarisch organisierten Kommune gewachsen, wo immer mehr Menschen dazu beitragen, unseren Traum von Veganien wahr werden zu lassen.”
Annas Schwerpunkt liegt im Tierrechtsaktivismus, allerdings intersektional. Schließlich sei die Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren Teil größerer gesellschaftlicher Strukturen wie ökonomischer Interessen, Hierarchien und Diskriminierungssysteme: “Tierrechtsarbeit ist für mich Teil eines größeren politischen und ethischen Zusammenhangs: Es geht um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit Macht, Ausbeutung und Mitgefühl umgehen – gegenüber nichtmenschlichen Tieren, aber auch Menschen und Mitwelt.”
Deswegen arbeitet sie nicht nur praktisch mit geretteten Tieren und sorgt für Aufklärung, sondern führt auch politische und gesellschaftliche Debatten über die Systeme, in denen wir leben, sowie über Gerechtigkeit, Landwirtschaft, Konsum und gesellschaftliche Verantwortung.
Zu ihrer Kommunikationsarbeit gehören Texte schreiben, Interviews geben, Social-Media-Arbeit und Veranstaltungen begleiten. “Mir ist wichtig, dass Aktivismus nicht nur in der eigenen Szene stattfindet, sondern auch Menschen erreicht, die sich bisher vielleicht noch gar nicht mit Tierrechten beschäftigt haben.”
Annas größte Erfolge im Tierschutz
“Mit dem Begriff ‘Erfolg' tue ich mich tatsächlich etwas schwer. Für mich ist Aktivismus kein Wettbewerb und auch kein persönliches Projekt, sondern ein langfristiger gesellschaftlicher Prozess.” Wenn sie etwas nennen müsste, dann vielleicht zwei Dinge:
Dass sie mit Vegan.Bullerbyn einen Ort geschaffen hat, an dem nichtmenschliche Tiere leben können, ohne für Menschen einen "Nutzen" erfüllen zu müssen.
Und dass sie durch ihre Arbeit – online, auf dem Hof und bei Veranstaltungen – viele Menschen zum Nachdenken über ihre Beziehung zu Tieren gebracht hat.
“Für mich liegt Erfolg nicht in Zahlen, sondern darin, Bewusstsein zu verschieben und Räume für Mitgefühl zu öffnen.”
Interview
Wie hast du es geschafft, im Tierschutz erfolgreich zu sein? Hast du Tipps für Interessierte?
“Ich glaube nicht, dass es eine einzelne Strategie gibt. Aktivismus entsteht oft aus persönlicher Betroffenheit und der Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen.
Für mich begann vieles sehr früh: Als ich als Kind die Schlachtung eines Schweins auf dem Bauernhof meiner Großeltern miterlebt habe, hat das meine Sicht auf die gesellschaftliche Normalität im Umgang mit nichtmenschlichen Tieren nachhaltig verändert und mich zuerst zur Vegetarierin und später zum Veganismus gebracht.
Mein wichtigster Tipp ist deshalb: Bleibt neugierig und informiert euch. Sucht euch Menschen, mit denen ihr gemeinsam arbeiten könnt. Und vor allem: Habt Geduld. Gesellschaftliche Veränderungen passieren selten schnell. Aktivismus kann viele Formen haben – Demonstrationen, Recherche, Bildungsarbeit, Kunst, politische Arbeit oder konkrete Hilfe für Tiere. All diese Formen haben ihre Berechtigung.”
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?
“Mein zentrales Projekt ist weiterhin unser Hof, der einfach mein Herzens- und Lebensprojekt ist. Vegan.Bullerbyn e.V entwickelt sich ständig weiter – aktuell bauen wir vor allem unsere Bildungsarbeit aus und arbeiten daran, den Hof als Ort für Begegnung, Lernen und gesellschaftlichen Austausch über Tierrechte und unsere Beziehung zur Natur zu stärken.”
Welches Klischee über Veganer:innen trifft auf dich zu:
“Vielleicht tatsächlich das Klischee über die Optik: Tattoos, Septum – laut manchen Kommentaren im Internet erfülle ich damit wohl ziemlich genau das Bild der "typischen linken Veganerin". Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber wenn das Klischee am Ende bedeutet, dass man sich für eine gerechtere Welt einsetzt, kann ich damit gut leben.”
Website
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