
Weidenkätzchen:
Insektennahrung –
keine (Oster-)Deko!



Silbrig schimmernd und überraschend samtig-weich sprießen sie dieser Tage gen Frühling – die Weidenkätzchen. Zur großen Freude vieler hungriger (Flug-)Insekten – wie etwa „Honig“bienen, Schmetterlingen, Hummeln und weiterer Wildbienenarten – liefern die flauschigen Blüten der Weide, als unverzichtbare Nahrungsquelle zu Frühlingsbeginn, mit als erste ein hohes Maß an Energie in Form von Nektar und dottergelbem Pollen. Sogar (Sing-)Vögel – wie der Zilpzalp und einige Meisenarten – profitieren von den nahrhaften Palmkätzchen – insbesondere von jenen, welche die Salweide hervorbringt. Wo Weidenkätzchen blühen, summt, brummt und zwitschert es. Rund 1000 Insektenarten laben sich im Laufe des Jahres an den Weiden.


Auch Spaziergänger:innen erfreuen sich an den silberigen Frühlings-Kätzchen. Angesichts des nahenden Osterfestes, zücken einige sogar Schere oder Messer und entschneiden die wilden Weiden-Blüten – trotz naturschutzbedingten Verbotes – samt Geäst der Natur bzw. pflücken diese, um sie dekorativ in eine Vase zu drapieren, Kränze zu binden oder Gestecke aufzuhübschen – zum großen Leidwesen zahlloser Insekten bzw. Tiere, welche nach dem entbehrungsreichen Winter auf die flauschigen Pollenträger angewiesen sind.
Insektennahrung –
keine (Oster-)Deko!



Vor allem nach den Strapazen der kalten Jahreszeit fungieren Frühblüher wie Weiden als erste zuverlässige Energiespender, wie sie derzeit zuhauf angeflogen werden – so betont etwa Christine Margraf vom „Bund Naturschutz in Bayern“: „Etliche blühende Weidenarten sind für die Insekten, die schon unterwegs sind, eine wichtige Nahrungsquelle.“ In einer agrargeprägten und pestizidbelasteten Landschaft ist ein konstantes und flächendeckendes Nahrungsangebot für (gefährdete) Insekten und viele andere Tiere nicht bzw. nur unzureichend gegeben – umso wichtiger ist es, lebensspendende, gehaltvolle Vegetationselemente wie Weiden zu erhalten und zu schonen – und diese nicht zu (österlichen) Dekozwecken der Natur zu entnehmen.




So verlockend samtig sie auch sein mögen: Belasse Weidenkätzchen und andere Wildblüher in der Natur – den Tieren zuliebe.




Das karge Nahrungsangebot für (frühe) Insekten und andere Tiere kannst du zudem aufwerten, indem du deinen Garten/Balkon mit heimischen Sträuchern, Kräutern und insektenfreundlichen Frühblühern bestückst – und diesen chemie- sowie mähroboterfrei hältst.
Sag’s weiter!

Wie sieht deine natur- und tierfreundliche Osterdeko aus?
Quellen:
Warum Sie Weidenkätzchen nicht abschneiden sollten – [GEO]
Weidenkätzchen in der Natur lassen – BUND Naturschutz in Bayern e.V. (bund-naturschutz.de)



Artenschutz im Januar: Stauden bitte NOCH NICHT zurückschneiden!


Auch wenn es zusehends milder wird, die ersten Frühjahrs-Knospen bereits durch die vereiste Erde brechen und es beim schmucklosen Anblick der verwitterten und kargen Beete und Kübel vielen in den Fingern juckt: Deine Gartenschere solltest du lieber noch nicht zücken, wenn du Natur- und Artenschutz betreiben und auch die kleinsten Tierchen in deinem Garten und/oder auf deinem Balkon schützen und unterstützen möchtest.





*Pssssst* – noch „schlafen“ sie:

Insbesondere Staudengewächse, wie sie für zahlreiche Tiere ganzjährig von großem Nutzen sind, werden bereits im Herbst von vielen Insekten wie u.a. Ohrwürmern und einigen Wildbienenarten bezogen, damit diese im Schutze hohler Stängel und dichtem Gestrüpp bis zum Einsetzen der Frühlingswärme unbeschadet eisiger Winterwitterung trotzen können. Zudem bergen Staudenüberreste und welke Gräser oft Schmetterlingseier, -raupen, -puppen und adulte (ausgewachsene) Falter – darunter auch den Zitronenfalter, ein wahrer Überwinterungskünstler, der als knallgelber Frühlingsbote oft als erster durch die Gärten flattert. Bis ins Frühjahr hinein stibitzen außerdem (Garten-)Vögel wie etwa Distelfinken und Haussperlinge nahrhafte Samen aus den trockenen Blütenständen der Stauden.
Blühende Staudenpflanzen wie z.B.:
Wiesenschafgarbe
Duftnessel
Männertreu
Sonnenhut
Fetthenne
Sonnenbraut
…sind bei vielen Tieren bzw. Insekten und Gärtner:innen besonders beliebt und haben Sommer wie Winter ihre Vorzüge. Was wächst und blüht bei dir Staudiges?



Gartenschere liegen lassen – Staudenbeete – falls möglich – bis in den Mai hinein unbehelligt stehen lassen:
Da viele überwinternde Insekten ihr Schutzdomizil erst im (Spät-)Frühling bei konstanter Wärme verlassen bzw. diesem entschlüpfen, solltest du dich mit dem Rückschnitt von Staudengewächsen noch etwas gedulden.
Wer die frühzeitige Schnippelei gar nicht lassen kann, der/die sollte staudiges Schnittgut nicht direkt entsorgen, sondern eingezogenen Insekten die Möglichkeit bieten in Ruhe auszuschlafen, indem er/sie Blätter und Stängel bis in den Frühling hinein an einem geschützten Platz im Garten und/oder auf dem Balkon belässt.





Wie du (Garten-)Tiere im Januar sonst noch unterstützen kannst, und was es beim Übergang in den Frühling im Garten bzw. auf dem Balkon zu beachten gilt, erfährst du u.a. hier:
Naturschutz im Garten: Was im Januar wichtig ist – Mein schöner Garten (mein-schoener-garten.de)
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Wann holst du die Gartenschere frühestens raus?
Quellen:
Für die Insekten: Stauden im Winter nicht schneiden! – [GEO]
Bienenfreundliche Stauden: Die besten Arten – Mein schöner Garten (mein-schoener-garten.de)


Welttierschutztag – (Wild-)Tierschutz im Herbst
Es herbstelt in unseren Gärten – Herabfallendes Laub lässt diese in herrlichen saisonalen Nuancen erstrahlen und wird zum rascheligen Vergnügen für Mensch und Tier. Zu größeren und kleineren Haufen aufgeschichtet, fungiert Herbstlaub zudem bis in den tiefen Winter hinein als wärmendes Schutzquartier und Nahrungsquelle für zahlreiche tierische Gartenbesucher wie etwa Kleinsäuger, Weichtiere und Insekten.
Wer herbstlichen (Wild-)Tierschutz betreiben will, sollte dem bodenbedeckenden, lebensspendenden Blattwerk also keinesfalls mit Laubbläser oder Abfallsack zu Leibe rücken – und etwaige optische „Laubfrei“-Präferenzen hinten anstellen.

Mehr Laub braucht der Garten:
Was die Natur abwirft, speist diese unter Beteiligung unzähliger Öko-Akteure – wie bspw. Pilze, Schnecken und Würmer – rückstandslos, aufgewertet und veredelt in ihren komplexen Organismus ein, um neues Leben zu erschaffen. Laub ist also keineswegs unliebsamer „Abfall“, sondern unverzichtbare humusspendende Biomasse, die deinen Garten belebt.

Mehr Laub für die Arten:
Wer sich nicht an Laub, herumliegenden Ästen und Zweigen stört, es mit der Gartenpflege nicht ganz so genau nimmt und etwas „Unordnung“ im Beet walten lässt, der betreibt effektiven Artenschutz und bietet größeren und kleineren Tieren adäquaten Lebensraum und Schutz vor der eigenen Haustüre, von welchem viele Naturnützlinge über den Herbst/Winter hinaus profitieren:
Kleinsäuger wie Igel und Spitzmäuse
Regenwürmer
Krabbeltierchen wie Käfer und Asseln
Schmetterlinge und deren Larven
Spinnen
Blindschleichen und Eidechsen
Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche

Laubhaufen zum Welttierschutztag:
Ein laubbedeckter Garten bekennt sich zum Herbst und all seiner lebensspendenden Schätze und lädt zahllose Tiere zum winterlichen Verweilen ein. Großzügig kannst du das bunte Blattwerk also in deinem Garten belassen – was auf Rasen und Wegen stört, kann schonend mit einem Rechen entfernt und an einem geeigneten Platz ausgebracht werden.

WICHTIG: Solltest du den ein oder anderen Laubhaufen doch mal entsorgen wollen/müssen – vergewissere dich vorab, dass dieser nicht bewohnt ist. Belasse diesen in deinem Garten, sollten Igel & Co ihn bereits bezogen haben.

BTW: Laubbläser nerven und töten :
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Quellen:
Laub im Garten: nicht entsorgen – Tiere wie der Igel brauchen es (24garten.de)
Herbstlaub nicht wegwerfen: 5 Ideen, um das Laub sinnvoll zu nutzen – ÖKO-TEST (oekotest.de)


Jetzt Blumenzwiebeln setzen – schon heute an die Hummelköniginnen von Morgen denken

Der nächste Frühling kommt gewiss – und mit ihm zahlreiche hungrige (Flug-)Insekten wie Bienen und Hummeln. Insbesondere kälteunempfindliche da in samtig warmen „Pelz“ gehüllte Hummelköniginnen tragen oft bereits im Februar ihre kleinen „Krönchen“ zur Schau, wenn sie als summende Frühlingsboten durch unsere Gärten sausen, um sich für ihre bevorstehende, kräfteraubende Volksgründung zu stärken. Diese kann den gestreiften Monarchinnen natürlich nur gelingen, wenn ausreichend Frühblüher ihren hohen Bedarf an lebensspendendem Nektar und Pollen decken – ganze Hummelvölker können an Nahrungsknappheit zugrunde gehen.
Damit die summenden Königinnen von Morgen ihrer verantwortungsvollen und bestandssichernden Aufgabe im kommenden Frühjahr gerecht werden und entsprechend neue Generationen zum Leben erwecken können, kannst du in deinem Garten / auf deinem Balkon bereits jetzt pflanzen bzw. setzen, was nach dem Winter deren farbenfrohe und duftende Lebensgrundlage bildet, denn: Was als schmucklose Blumenzwiebel über den Winter hinweg in der Erde schlummert, erblüht im Frühling als überraschend nektarsüßer, farbintensiver Insektenliebling.


JETZT Insektennahrung für’s kommende Jahr pflanzen: Als florale Frühlings-Starthilfe für Hummeln & Co eignen sich dabei u.a. besonders gut:
Krokusse: Sie verwandeln wintergraue Gärten bereits im Februar/März in ein Blütenmeer und sind dabei relativ anspruchslos. Ob Kübel, Beet, oder Rasen – Ob Sonne oder (Halb-)Schatten – Krokusse gedeihen nahezu überall, sind winterhart und bedürfen kaum Pflege: Im Herbst kannst du ihre Zwiebeln rund zehn Zentimeter tief in die Erde setzen – gerne schön dicht beieinander – „gruppiert“ wirken Krokusse besonders eindrucksvoll.
Schneeglöckchen: Seine lieblichen weißen Blüten trotzen zwischen Februar und März den letzten winterlichen Nachwehen. Auch das mehrjährige Schneeglöckchen ist sehr pflegeleicht und anspruchslos – so kannst du es sowohl im Garten als auch auf dem Balkon ansiedeln.
Märzenbecher/Märzbecher: Wie der Name erahnen lässt, entfalten Märzenbecher um den März herum ihre zarten, in gelbgrünen Spitzen auslaufenden Blüten, die in Form und Färbung sehr denen des Schneeglöckchens ähneln. Auf waldigen Böden im Halbschatten unter Bäumen oder Sträuchern stehend, fühlen sich die weißen Frühlingsboten besonders wohl.
Hyazinthen: Mit ihrem intensiven Duft und ihrer leuchtenden Farbigkeit wirken sie auf Insekten besonders betörend. In ihrer Hauptblütezeit zwischen März und April werden sie daher oft und gerne angeflogen. Beim Setzen ihrer Zwiebeln solltest du rund 15 Zentimeter „Pflanzabstand“ einhalten.
Traubenhyazinthen: Die kleine „Schwester“ der Hyazinthen zeigt von März bis Mai ihre traubenförmig angeordneten, blauen Blüten, welche u.a. bei Hummeln und Bienen besonders beliebt sind. Nicht nur im Garten – auch auf dem Balkon breiten sich Traubenhyazinthen zuverlässig aus.
Schneeglanz/Schneeholz: Einen besonders dichten Bewuchs verspricht der blaublütige Schneeglanz – auch Schneeholz genannt – der seine eindrucksvollen Blüten zwischen März und April für hungrige Insekten öffnet. Er ist winterhart und tritt daher mehrjährig in Erscheinung. Am liebsten „glänzt“ der Schneeglanz an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.
Winterling: Mit ihren dichten Blättern bilden Winterlinge ganze „Blütenteppiche“ ab Februar. Unter Gehölzen aller Art wuchert der gelb blühende und anspruchslose „Bodendecker“ besonders gerne für hungrige Insekten. Lediglich bei Nacht schließt der Winterling seine Nektarbar bzw. Blüten, wenn es frisch und dunkel wird.

Warum JETZT? Blumenzwiebeln brauchen es frostig, um im kommenden Frühjahr auszutreiben und ihre ganze insektennährende Pracht zu entfalten. Du solltest sie daher ab September in die Erde setzen. Im besten Fall bettest du die Zwiebeln dabei doppelt so tief, wie sie hoch sind. Untergestreuter Sand oder Kieselsteinchen können als „Drainageschicht“ dienen, wenn der Boden undurchlässig ist.


Gartenschaufel raus und ran an die Zwiebeln – damit auch die nächstjährigen Königinnen und deren Abkömmlinge genug zum Futtern haben!
Eine große Auswahl an entsprechenden Blumenzwiebeln findest du z.B. in (Online-)Gärtnereien.


Hast du in deinem Garten / auf deinem Balkon bereits Insektennahrung für’s kommende Jahr gepflanzt?
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Quellen:
Frühblüher pflanzen: 8 insektenfreundliche Sorten – [GEO]
Die 11 besten Zwiebelblumen für Bienen im Frühling | freudengarten

„Urbane“ Brummer – Warum du „Stadt“-Hornissen gewähren lassen solltest
In Deutschlands Städten brummt es. Spätsommer ist die Zeit jener oft missverstandenen Fluginsekten, welche mit ihren auffälligen gelben Streifen, ihren kräftigen Beißwerkzeugen und ihrem tiefen, bedrohlich anmutenden Gebrumme in menschlicher Gegenwart meist mehr Furcht ernten, als Entzücken – dabei sind Hornissen äußerst friedfertige und zudem überaus faszinierende und tendenziell scheue Geschöpfe – quasi Schafe im Wolfspelz. 

Zugegeben, ein Hornissen-Stich mag schmerzhaft sein – aber weder vermag dieser – wie oft behauptet und befürchtet – ein Pferd töten, noch Menschen zur Strecke bringen. Der Stich einer Hornisse ist mitnichten giftiger als der einer Biene oder Wespe. Die dicken Brummer sind keinesfalls aggressiv und fliegen i.d.R. friedlich ihrer Wege. Tatsächlich ihren Stachel ausfahren wird eine Hornisse erst, wenn diese bis aufs Äußerste gereizt oder bedrängt wird bzw. sich in akuter Lebensgefahr sieht. Wenn du ihr ruhig und respektvoll begegnest, hast du in der Regel keinen schmerzhaften Stich zu befürchten. Anders als Wespen – den direkten Verwandten der Hornisse – schwirren die dicken Brummer auch nicht penetrant im aufgeregten Zickzack-Flug um gedeckte Gartentische oder rücken dir – vom Hunger getrieben – anderweitig in unangenehmer Form auf die Pelle. Im Gegenteil: Als im Larvenstadium Insektenfleisch fressende Tierchen halten nistende Hornissen deine Umgebung frei von Stubenfliegen, blutsaugenden Bremsen und vielen weiteren oft unliebsamen Besuchern.

Auch wenn Hornissen meist keinerlei Interesse an menschlicher Nähe hegen und sie als (Nist-)Habitat vornehmlich Waldnähe präferieren, wird ihr Gebrumme in deutschen Städten zusehends lauter: In einer durch den „LBV“ und den „NABU“ initiierten Insektenzählung im Juni dieses Jahres, errang die geschützte Europäische Hornisse (Vespa crabro) den 11 Platz der am „häufigst beobachteten Insekten“. Dass das Aufkommen an Hornissen im städtischen Bereich merklich zunehme, sei u.a. auf den Schwund natürlicher Nistplätze zurückzuführen. Wo Baumhöhlen am Waldesrand zusehends rar werden, und Nahrungsquellen versiegen, beziehen Hornissen vermehrt „Rollladenkästen“, Dachböden und Schuppen oder bauen ihre kunstvollen Nester, deren Grundbausubstanz weiches Holz bildet, „zwischen Wänden und Nischen“ aus, um ihre Population, trotz des Mangels an natürlichen Niststätten, zu sichern.
Hast du schon mal ein Hornissennest in deinem Garten, in deinem Schuppen oder an deinem Haus entdeckt?

Die unter Artenschutz stehenden, friedfertigen Brummer dürfen weder getötet- noch dürfen deren Nester eigenmächtig entfernt werden. Selbst Fachleute erhalten i.d.R. erst nach eingehender Rücksprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden eine Nest-Umsiedlungs-Genehmigung.

Sollten Hornissen deine Umgebung als geeignete Brut-Stätte auserkoren haben, ist ein Ergreifen von Maßnahmen deinerseits i.d.R. nicht von Nöten. Lass die Tierchen, wenn möglich, gewähren und erfreue dich, aus adäquater Entfernung, an dem brummenden Treiben im und um das Nest. „Hornissen sind relativ friedlich. Wenn man ein bis zwei Meter Abstand zum Nest hält, ist das kein Problem.“ – erklärt Wildbienen- und Wespenexperte Christian Schmid-Egger von der Deutschen Wildtier Stiftung in Berlin. Spätestens im Herbst dürfte Ruhe im Hornissennest einkehren, da lediglich die jungen Königinnen zu überwintern vermögen.

Trotz aller Friedfertigkeit sind natürlich auch Hornissen darauf bedacht, Nest und Staat zu schützen – damit eine stichfreie Koexistenz gelingt, gilt es, in Nestnähe ein paar Verhaltensregeln zu beherzigen:
„Keinesfalls das Nest erschüttern, etwa durch Hämmern oder Klopfen.“
„Hektische Bewegungen vermeiden – langsame Bewegungen tolerieren die Hornissen.“
„Flugbahn direkt am Nest frei halten und den Landeplatz nicht manipulieren.“
„Kleinkinder wegen ihrer oft ungestümen Bewegungen vom Nest fernhalten, eventuell durch einfache Absperrungen.“
„Keinen Rauch oder Motoren, etwa von Rasenmähern, in Nestnähe bringen oder gar mit dem Wasserschlauch auf das Nest spritzen.“
„Hängt das Nest an einer problematischen Stelle, hilft oft eine einfache Absicherung, etwa ein Fliegengitter oder Perlenschnüre zur Wohnung hin.“
Sollte die Wahl des Nistplatzes derart unglücklich ausgefallen sein, dass eine Entfernung bzw. Umsiedlung des Hornissen-Nestes unumgänglich ist, muss diese in jedem Fall durch eigens dazu autorisierten Spezialist:innen erfolgen – Hier sind die Unteren Naturschutzbehörden oder aber der örtliche „Bund Naturschutz“ erste Auskunftsgeber.

Wo Insekten wie Hornissen zunehmend um natürliche Nistplätze fürchten müssen, ist es umso wichtiger, dass wir sie – sofern möglich – in unserer Umgebung gewähren und ihr Brutgeschäft unbehelligt vollziehen lassen.
Quellen:
Hornissen: friedliche Insektenjäger | BUND Naturschutz (bund-naturschutz.de)
Hornissen ziehen vermehrt in die Städte – [GEO]

Das Insektensterben ist dramatisch. Vorangetrieben durch u.a. intensive Landwirtschaft und extensiven Pestizid-Einsatz, verliert die Natur immer mehr ihrer unverzichtbaren Bestäuber. Umso wichtiger ist es, dass sich Menschen bemühen, den Insekten zu helfen und ihnen z.B. mit pollen- und nektarhaltigen Blühpflanzen Nahrung zu bieten. Doch wie eine Untersuchung des BUND zeigt, kann dieser gut gemeinte Versuch auch den gegenteiligen Effekt haben. Wir zeigen dir, worauf du beim Kauf von vermeintlich insektenfreundlichen Pflanzen achten musst, damit diese auch wirklich insektenfreundlich sind.
Der BUND testete in seiner Untersuchung insgesamt 44 vorgeblich insektenfreundliche Zierpflanzen, die in Deutschland und Österreich verkauft werden – die Ergebnisse sind erschreckend: Auf 42 Pflanzen (91 Prozent) konnten Pestizide nachgewiesen werden, auf 41 Prozent der Proben wurden sogar Pestizide gefunden, die für Bienen hochgiftig sind und wegen ihrer Giftigkeit teilweise keine EU-Zulassung haben. Insgesamt wurden 64 verschiedene Pestizide nachgewiesen, lediglich zwei Proben aus Österreich waren gänzlich pestizidfrei.
Hier findest du den ganzen Bericht:
BUND-Zierpflanzentest 2022
Was bedeutet das nun? Dass hier dringend staatliches Eingreifen nötig ist. Hochgiftige Pestizide auf insektenfreundlichen Blühpflanzen müssen verboten werden und der Import von Pflanzen, die mit Pestiziden ohne EU-Zulassung behandelt sind, muss unterbunden werden. Diese und weitere wichtige Maßnahmen findest du auch im BUND-Bericht auf Seite 8.
Aber zum Glück musst du nicht auf die Politik warten, um Pestizide zu vermeiden. Wir geben dir Tipps, wie du auch unter den derzeitigen Bedingungen schon etwas wirklich gutes für die Insekten tun kannst:
1. Kaufe Saatgut statt der Pflanzen und ziehe diese einfach selbst groß (natürlich ohne Pestizide). Das ist die sicherste Methode, allerdings erfordert sie etwas Geduld.
2. Kaufe Bio-Pflanzen. Achte dabei auf das Biosiegel oder eines der biologischen Anbauverbände (Neuland, Bioland, usw.).
Mit diesen zwei einfachen Tipps kannst du nun den Insekten Nahrung bieten, welche frei von Giften ist, und zugleich deinen Garten oder deinen Balkon in ein kleines Naturparadies verwandeln. Erzähle diese Tipps auch deinen Freund:innen und Bekannten, damit diese nicht aus Versehen Giftfallen für Insekten in ihren Garten setzen.
Mehr Tipps zum Thema Insektenschutz findest du hier:
https://www.facebook.com/photo/?fbid=666632282174996&set=a.415409480630612
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Quellen:
➡️ Infografik: Das sind die Ursachen für das Insektensterben | Statista
➡️ BUND warnt: Zierpflanzen sind oft eine Giftfalle! – [GEO]

Marienkäferkinder – KEINE “Schädlinge“
Hast du in diesem Jahr schon welche entdeckt? Bis in den August hinein kannst du sie vielerorts krabbeln sehen…
Plötzlich hängen sie in deinem Haar oder an deiner Hose, sitzen in deinen blattlausgeplagten Zierrosen und Sträuchern. Diese kleinen Krabbeltierchen in Grau, Schwarz, Orange, Gelb, deren skurriles Erscheinungsbild nicht einmal erahnen lässt, wes Käfers Kind sie sind – und viele Gärtner:innen – aus Unwissenheit – die Chemie-Waffe zücken lassen…
Marienkäferlarven sind echte Blattlauslöwen – ganze 100 Läuse vertilgt so ein Tierchen am Tag. Die verkannten Nützlinge durchlaufen eine spektakuläre Metamorphose, ehe sie als signalrote, bepunktete adulte Glückskäfer durch Gärten und Wiesen krabbeln und uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern:
Die kleinen Larven schlüpfen aus winzigen gelbfarbenen, als „Päckchen“ angeordneten Eiern, welche das Marienkäferweibchen erstmals gegen Ende April/Anfang Mai – vorzugsweise auf Blattunterseiten, Baumnadeln und in Holzritzen – abgelegt hat. Die zweite Generation schlüpft i.d.R. im Juli/August.
Als Larve, deren Gestalt die Tierchen 30 bis 60 Tage beibehalten, häuten sich die Käferkinder mehrmals und vertilgen in ihrer „Hauptfressphase“ Unmengen an Blattläusen, die sich, zum Leidwesen vieler Pflanzen, an deren Saft laben. Wohlgenährt widmet sich die Marienkäferlarve schließlich ihrer Verpuppung und schlüpft nach ca. 9 Tagen der absoluten Starre als noch sehr fragiles, cremefarbenes Käferchen, welches seine prominente Färbung und seine unverkennbaren Punkte erst im Zuge der finalen Aushärtungsphase ausbildet.
Auch wenn sie sich in ihrer Grund-Morphologie gleichen, so gibt es – so wie es auch unterschiedliche Marienkäfer gibt – Larven in verschiedenen Variationen: Meist verrät die Anordnung und Form der gelb-, braun-, bis orangefarbenen Körper-Fragmente, welcher Art sie zugehörig sind. Wo sich die Larve des einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfers etwas schlichter zeigt (Siehe Bild), tritt der farbige Anteil der Larven der aus Asien stammenden Harlekin-Marienkäfer, in Ausformung und Fläche, bedeutend dominanter in Erscheinung.
Auch der adulte Marienkäfer ist ein echter Blattlausvernichter: an die 150 Läuse verleibt er sich täglich ein und erfreut Gärtner:innen damit nicht nur mit seiner hübschen Optik. Sowohl Larve als auch Käfer, verschmähen auch andere unliebsame Gäste wie etwa Schildläuse, Spinnmilben und Mehltaupilze i.d.R. nicht.

Marienkäferlarven präferieren, wie alle Nahrungsspezialisten, ganz bestimmte, blattlausbesetzte Pflanzen- und Straucharten – Du willst dir das Glück in deinen Garten / auf deinen Balkon holen? Dann bestücke diesen mit Gehölzen wie Rosen, Holunder und Beerensträuchern – mit Kräutern wie Dill, Basilikum, Löwenzahn, Brennnesseln und/oder Blumen und Stauden wie Kornblumen, Schmuckkörbchen, Strandflieder und Klatschmohn – auf diesen gehen Marienkäferlarven u.a. besonders gerne auf Lausjagd.
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Quellen:
Marienkäferlarven » Alle Infos zu den nützlichen Lausfressern (gartenjournal.net)
Laub, Blattläuse, Holler und Marienkäfer – Garten-Kram


Unkraut? – gibt’s nicht!
Als Löwenzahn, Schafgarbe, Distel, Gänseblümchen oder Brennnessel hat man es oft nicht leicht in hiesigen Gärten. Als unliebsames „Unkraut“ abgetan, wird den eigenwilligen, meist durchaus ansehnlichen Insektennährern nicht selten mit Mäher, Unkrautstecher, Hacke und Chemie-Cocktail nachgestellt – als „wildes Kraut“ folgen sie keiner „Beet“- oder „Kübellogik“, sondern machen es sich stattdessen, ganz nach ihrem Gusto, oft mitten im Rasen, in Pflasterritzen oder zwischen bis in die Blattspitze gepflegten Zuchtrosen oder anderen wohlgehegten „Beet-Lieblingen“ bequem.

Wusstest du, dass jene verhassten „Un“kräuter, welche in vielen Gärtner:innen blinde Vernichtungswut aufkeimen lassen, im ökologischen Gefüge als unverzichtbare (Spezial-)Nahrungsquellen und Schutz-Quartiere für Insekten und andere Tiere fungieren, mit ihrem meist ausladenden Wurzelwerk das Erdreich zusammen halten und zudem vor Erosion und Austrocknung schützen?

„Un“kraut ist Goldkraut!
Wilde Naturlieblinge wie etwa der Löwenzahn locken zahllose (bestäubende) Insekten wie (Wild-)Bienen und Schwebfliegen mit ihrem Überangebot an süßem Nektar und proteinhaltigem Pollen. Viele „Un“kräuter werfen zudem fetthaltige Samen ab, welche auch Kleintieren als energiespendender Snack dienen. Nahrungsspezialisten wie etwa Schmetterlinge – bspw. das Tagpfauenauge bzw. dessen Raupen – welche sich ausschließlich an Brennnesseln verpuppungsreif fressen, finden in ausgewählten „Un“kräutern ihren perfekten, bestandssichernden Gegenspieler, ohne welchen sie um ihre Existenz bangen müss(t)en – eine kleinere oder größere „Brennnessel-Ecke“ ist daher in jedem Garten ein Muss. Bis in den Herbst/Winter hinein dienen wilde Staudengewächse wie etwa die Schafgarbe Insekten und anderem Kleingetier als sichere Bleibe – ihre stabilen (unbeschnittenen!) Blütendolden spenden fragilen Geschöpfen Schutz, wenn es draußen zapfig wird, und verleihen deinem winterlichen Garten zudem Struktur. Moose aller Art sind nicht nur dekorativ, mit ihren wasserspeichernden und schadstoffbindenden Eigenschaften sind sie eine Wohltat fürs Mikroklima und beherbergen in ihrer weichen Mitte allerlei Kleingetier. Schmackhafte und heilbringende Wildkräuter, wie etwa der Spitzwegerich, laden zudem zum Naschen ein und peppen jeden Salat auf – dass man hier nicht zu viel auf einmal abrupfen sollte, versteht sich von selbst : )

Weitere essbare und schmackhafte Wildkräuter findest du HIER:
10 Unkräuter, die man essen kann (Übersicht) – Plantura


Die Natur kennt kein „Un“kraut:
Wo viele hochgezüchtete Kulturpflanzen als kleine Mimosen gelten, meistern robuste, an regionale Gegebenheiten perfekt angepasste „Un“kräuter klimatische Schwankungen und Wetterphänomene i.d.R. souverän. Mit einem „un“krautreichen Garten kannst du nicht nur Farbakzente setzen, sondern zudem ein natürlich authentisches Schlaraffenland für Insekten und Kleintiere schaffen, ohne erst ganze Beete kultivieren und täglich die Gießkanne schwingen zu müssen.

Wenn du auf etwas „Kosmetik“ in deinem Garten dennoch nicht verzichten möchtest, kannst du diesen – zwischen akkurat gesetzten Tulpen und Zuchtrosen – auch einfach partiell „verwildern“ lassen, und so kleine Wildkräuter-Inseln schaffen – deine tierischen Gartenbesucher werden es dir danken 

Übrigens: so ein paar Brennnesseln oder Schafgarben im Kübel machen sich auch auf dem Balkon richtig gut – Säen i.d.R. nicht nötig – die Pflänzchen bzw. deren Samen finden meist auch so zu dir : )

Welches wilde Kraut sich in deinem Garten bzw. auf deinem Balkon angesiedelt hat, kannst du z.B. HIER herausfinden:
Unkraut und Wildpflanzen (unkraeuter.info)
Was hat „Un“krautschutz mit Tierrechten zu tun? Wildkräuter aus ästhetischer oder wirtschaftlicher Motivation heraus extensiv zu verdrängen, oder gar zu zerstören, beraubt viele (Wild-)Tiere ihrer naturgegebenen Nahrungsquellen, gefährdet den Fortbestand vieler Arten und Parallel-Arten und unterminiert außerdem Naturschutz-Bemühungen, was unweigerlich eine Mehrgefährdung der Biodiversität zur Folge hat – deshalb, Mut zum „Un“kraut! 


Warum du in deinem Garten / auf deinem Balkon stets auf „ungefüllte Blumen“ setzen solltest, erklären wir dir HIER:
https://www.facebook.com/AnimalsUnited.eV/posts/666632302174994
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Quellen:
Naturnaher Garten: Warum es kein Unkraut gibt – [GEO]
Unkraut: Lebenswelt für Insekten | tegut…
Warum Unkraut kein Unkraut sein sollte (unkraeuter.info)
Warum wir Moos nicht beseitigen, sondern lieben sollten – [GEO]


Blumen bitte ohne „Füllung“ – Für Bienen & Co
Mit einer schier überwältigenden Fülle an Blütenblättern prahlen sie meist bis in den Spätsommer hinein im Blumenbeet – Dahlien, Pfingstrosen, Ranunkeln (Siehe Bild) und viele weitere florale Schönheiten. Insekten wie Bienen können gefüllte Blüten mit ihrem pompösen Auftritt allerdings nicht beeindrucken – denn das Mehr an Blütenblättern bedeutet unweigerlich ein Weniger an Nektar und Pollen für unsere summenden und brummenden Gartenbesucher.
Wo ungefüllte Blüten – wie etwa die der insektenfreundlichen Kapuzinerkresse, der Heckenrose oder der Fetthenne – nektarsaugende- und pollensammelnde Insekten praktisch mit „offenen Blütenblättern“ empfangen und ihnen so freien Zugang zu ihren nährenden Schätzen gewähren, ist ein Durchdringen zur Nektar- bzw. Pollenbar bei gefüllten Blumen kaum möglich – die vielen Blütenblätter versperren den hungrigen Insekten schlicht den Weg.
Warum eigentlich Nektar und Pollen? (Wild-)Bienen bspw. dient beides als basale Lebensgrundlage: Der zuckersüße Nektar versorgt die Insekten mit reichlich Energie, die Pollen wiederum dienen vornehmlich der Brut als Proteinquelle.
Die „Füllung“, also die blütenmittig sehr viel höhere Anzahl an Blütenblättern, welche gefüllten Blumen ihre Üppigkeit verleihen, ist übrigens im Zuge einer Mutation entstanden, welche die ursprünglichen Staubblätter zu Blütenblättern transformiert, und nicht selten auch eine Zurückbildung nektar- und pollenbildender Blütenorgane zur Folge hat.
Gefüllt oder ungefüllt? – So erkennst du’s:
Kannst du die Staubgefäße auf einen Blick erkennen, handelt es sich um eine ungefüllte und i.d.R. insektenfreundliche(re) Blume bzw. Pflanze.
Ungefüllte, besonders nahrhafte und zudem robuste Insektenlieblinge sind zum Beispiel die Fetthenne, die Kornblume, die Margerite, der Lavendel, die Sonnenblume, uvm…
Siehst du vor lauter Blättern keine Blüte bzw. keine Staubgefäße mehr, handelt es sich um eine gefüllte- und damit um eine Blüte, die vielen Insekten kaum bis gar keinen Mehrwert bietet.
Zu den Gefüllten zählen bspw. die Pfingstrose, die Zuchtrose, die Geranie, Varianten der Gartentulpe uvm…


Good to know: Viele Pflanzen-Arten sind sowohl in gefüllter-, als auch in ungefüllter Form erhältlich.


Vor allem mit wildwuchernden, blütentragenden Pflanzen wie etwa dem Löwenzahn, kannst du deinen geflügelten Gartenbesuchern durch die „ungefüllte“ Blume sagen, dass du sie schätzt, ohne erst ein ganzes Beet aufwändig bepflanzen zu müssen.
Mit welchen „ungefüllten“ floralen Schätzen du deinen Garten bzw. Balkon sonst noch bestücken kannst, um dich und Insekten glücklich zu machen, erfährst du u.a. HIER:
Pflanzen für den Insektengarten – NABU

Angesichts des gegenwärtigen und extensiven Artensterbens ist es besonders wichtig, Nahrungsquellen für Insekten zu schaffen, welche eine ungehinderte und maximal effektive Nektar- und Pollenaufnahme gewährleisten – wähle daher stets Blumen ohne „Füllung“ – diese sind wahre Bienenmagneten und stehen gefüllten Blüten in Sachen Duftintensität und optischer Anmut und Lieblichkeit in nichts nach.
WICHTIG
Wo Blüten möglichst ungefüllt sein sollten, können Wasserschalen dieser Tage kaum voll genug sein: 
Es wird heiß – Bitte stelle möglichst flache, saubere und gut zugängliche Tränken für durstige (Klein-)Säuger und Insekten in deinem Garten und auf deinem Balkon auf – DANKE 
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Quellen:
Gefüllte Blüten: Warum Insekten bei ihnen trotzdem leer ausgehen – Utopia.de
Gefüllte oder ungefüllte Blüte: Für Insekten ein lebenswichtiger Unterschied – ÖKO-TEST (oekotest.de)
Nur Pollen und Nektar? Warum Bienen nicht immer Vegetarier waren – Utopia.de


Grillenpulver und Käferpaste: Massentierhaltung im Kleinformat

Seit Tagen schon krabbeln Insekten wie die Hausgrille (Acheta domesticus) und der Getreideschimmelkäfer (Alphitobius diaperinus) durch die Medien und sorgen bei vielen für Ekel – jene Tierchen, welche ab Januar laut EU-Verordnung in vornehmlich pulverisierter Form und limitierter Menge allerlei Lebensmittel-Erzeugnissen beigemischt werden dürfen, um diese mit Nährstoffen und Proteinen anzureichern.
Sie seien das „Essen der Zukunft“: Seit 2021 ist vermehrt Insektenhaltiges in den Geschäften der EU zu finden – das Angebot, welches sich bislang weitestgehend auf Mehlwürmer und Europäische Wanderheuschrecken in Form von „Insektenburger“ oder „Insekten-Snacks“ beschränkte, werde nun durch Grille und Käfer erweitert – insbesondere Letztere müssen Verbraucher:innen im Kleingedruckten der Zutatenverzeichnisse ihrer präferierten Produkte explizit erlesen: Wo „teilweise entfettetes Pulver aus Acheta domesticus (Hausgrille)“ und „gefrorene Larven/Paste aus Larven von Alphitobius diaperinus (Getreideschimmelkäfer)“ oder „getrocknete Larven/Pulver aus Larven von Alphitobius diaperinus (Getreideschimmelkäfer)“ o.ä. draufsteht, ist Insekt drin.


Fleischersatz, Pizza und Getreideriegel: Bei welchen Produkten du die Zutatenliste künftig genauer studieren solltest, bevor du diese in deinen Einkaufskorb legst, erfährst du u.a. hier:
Neue Insekten in Lebensmitteln zugelassen – worauf Sie jetzt achten müssen – FOCUS online
Zur Deklaration von insektenhaltigen „Fleischanalogen“ versichert Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg: „Solche Produkte dürfen dann nicht mehr als „vegan“ gekennzeichnet werden, da sie damit natürlich tierische Inhaltsstoffe enthalten.“ Nicht nur für uns Veganer:innen, auch für Allergiker:innen ist künftig vermehrt Achtung geboten.

Als „Nahrungsmittel“ werden Insekten weltweit ihres hohen Gehaltes an Mineralstoffen, Spurenelementen und Proteinen wegen geschätzt – bei etwa einem Viertel der Weltbevölkerung würden sie regelmäßig auf dem Teller landen. „Einige Heuschrecken enthalten zum Beispiel mehr als doppelt so viel Eiweiß wie Rinder- oder Hühnerfleisch“. Ihre Produktion ist weniger platz- und kostenintensiv, und gilt als ergiebiger und wesentlich umwelt- und klimaschonender als die Haltung und Verarbeitung von fleischliefernden „Nutz“tieren. In Sorge im die globale Nahrungssicherheit, die insbesondere angesichts des primär ursächlichen Fleischkonsums wächst, werden Insekten als künftiger „massentauglicher Ersatz zu Fleisch und Fisch“ und als „Proteinquelle der Zukunft“ erprobt und beworben. Schon allein in Anbetracht der ethischen Verwerflichkeit, ist dieses Konzept aus unserer Sicht ebenso wenig zukunftsfähig, wie die gegenwärtige systemische Ausbeutung von leidensfähigen Geschöpfen wie etwa Hühnern, Schweinen und Rindern.

Massentierhaltung im Kleinformat: Wo ein Großteil der „Speiseinsekten“ aus dem südostasiatischen Raum oder Kanada importiert wird, entstehen auch in Europa immer mehr Insektenfarmen – so findet man diese zum Beispiel in Spanien, den Niederlanden und in Deutschland – hierzulande gelten Insekten bislang noch als so genanntes „Novel Food“ (neuartige Lebensmittel).
Insekten in Lebensmitteln jetzt in der EU zugelassen – [GEO]
Die in Europa als beigemengtes „Insektenmehl“ oder „Insektenburger“ erhältlichen Krabbeltierchen stammen meist aus „industriellen Produktionssystemen“, welche täglich tonnenweise Individuen „produzieren“ würden, die i.d.R. kistenweise gehalten und gezüchtet werden. Insekten wie Grillen und Heuschrecken stellen, anders als oft vermutet, durchaus hohe Ansprüche an ihre Lebensumgebung – so müssen etwa „Lichtverhältnisse“, „Luftfeuchtigkeit“ und Temperatur an die jeweilige Art angepasst werden. Haben die Tiere die gewünschte Größe bzw. das gewünschte Entwicklungsstadium erreicht, werden sie meist mittels Kälte- oder Hitzeeinfluss getötet, und anschließend in die gewünschte Form getrocknet, vermahlen oder aber zu einer Art „Paste“ verarbeitet. Spezifische „Haltungsvorschriften“ für Insekten würden in Deutschland bislang nicht existieren – diese sind für die Gewährleistung des Tierwohls aber unentbehrlich.
Insekten- BZfE
EU lässt weitere Krabbeltiere zu: Welche Insekten dürfen im Essen landen? – n-tv.de

Tierleid durch Tierleid ersetzen?!? – Auch Insekten sind wahrscheinlich schmerzempfindsam und verfügen über ungeahnte kognitive Fähigkeiten: Im Rahmen einer Studie sind Forschende, anhand der Analysierung von nozizeptiven Vorgängen, zu der Erkenntnis gekommen, dass Insekten, insbesondere in Folge von Verletzungen, möglicherweise Schmerzen empfinden:
Neue Studie: Insekten können wahrscheinlich Schmerzen empfinden (tierchenwelt.de)
Absteigende Kontrolle der Nozizeption bei Insekten? | Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences (royalsocietypublishing.org)


Dass für die Lebensmittelindustrie gezüchtete und getötete Insekten leiden, kann nicht ausgeschlossen werden – die Massenproduktion der Tierchen ist daher zwingend auch in einem ethischen Kontext zu betrachten und zu problematisieren.

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