


Artenschutz im Januar: Stauden bitte NOCH NICHT zurückschneiden!


Auch wenn es zusehends milder wird, die ersten Frühjahrs-Knospen bereits durch die vereiste Erde brechen und es beim schmucklosen Anblick der verwitterten und kargen Beete und Kübel vielen in den Fingern juckt: Deine Gartenschere solltest du lieber noch nicht zücken, wenn du Natur- und Artenschutz betreiben und auch die kleinsten Tierchen in deinem Garten und/oder auf deinem Balkon schützen und unterstützen möchtest.





*Pssssst* – noch „schlafen“ sie:

Insbesondere Staudengewächse, wie sie für zahlreiche Tiere ganzjährig von großem Nutzen sind, werden bereits im Herbst von vielen Insekten wie u.a. Ohrwürmern und einigen Wildbienenarten bezogen, damit diese im Schutze hohler Stängel und dichtem Gestrüpp bis zum Einsetzen der Frühlingswärme unbeschadet eisiger Winterwitterung trotzen können. Zudem bergen Staudenüberreste und welke Gräser oft Schmetterlingseier, -raupen, -puppen und adulte (ausgewachsene) Falter – darunter auch den Zitronenfalter, ein wahrer Überwinterungskünstler, der als knallgelber Frühlingsbote oft als erster durch die Gärten flattert. Bis ins Frühjahr hinein stibitzen außerdem (Garten-)Vögel wie etwa Distelfinken und Haussperlinge nahrhafte Samen aus den trockenen Blütenständen der Stauden.
Blühende Staudenpflanzen wie z.B.:
Wiesenschafgarbe
Duftnessel
Männertreu
Sonnenhut
Fetthenne
Sonnenbraut
…sind bei vielen Tieren bzw. Insekten und Gärtner:innen besonders beliebt und haben Sommer wie Winter ihre Vorzüge. Was wächst und blüht bei dir Staudiges?



Gartenschere liegen lassen – Staudenbeete – falls möglich – bis in den Mai hinein unbehelligt stehen lassen:
Da viele überwinternde Insekten ihr Schutzdomizil erst im (Spät-)Frühling bei konstanter Wärme verlassen bzw. diesem entschlüpfen, solltest du dich mit dem Rückschnitt von Staudengewächsen noch etwas gedulden.
Wer die frühzeitige Schnippelei gar nicht lassen kann, der/die sollte staudiges Schnittgut nicht direkt entsorgen, sondern eingezogenen Insekten die Möglichkeit bieten in Ruhe auszuschlafen, indem er/sie Blätter und Stängel bis in den Frühling hinein an einem geschützten Platz im Garten und/oder auf dem Balkon belässt.





Wie du (Garten-)Tiere im Januar sonst noch unterstützen kannst, und was es beim Übergang in den Frühling im Garten bzw. auf dem Balkon zu beachten gilt, erfährst du u.a. hier:
Naturschutz im Garten: Was im Januar wichtig ist – Mein schöner Garten (mein-schoener-garten.de)
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Wann holst du die Gartenschere frühestens raus?
Quellen:
Für die Insekten: Stauden im Winter nicht schneiden! – [GEO]
Bienenfreundliche Stauden: Die besten Arten – Mein schöner Garten (mein-schoener-garten.de)

Das Insektensterben ist dramatisch. Vorangetrieben durch u.a. intensive Landwirtschaft und extensiven Pestizid-Einsatz, verliert die Natur immer mehr ihrer unverzichtbaren Bestäuber. Umso wichtiger ist es, dass sich Menschen bemühen, den Insekten zu helfen und ihnen z.B. mit pollen- und nektarhaltigen Blühpflanzen Nahrung zu bieten. Doch wie eine Untersuchung des BUND zeigt, kann dieser gut gemeinte Versuch auch den gegenteiligen Effekt haben. Wir zeigen dir, worauf du beim Kauf von vermeintlich insektenfreundlichen Pflanzen achten musst, damit diese auch wirklich insektenfreundlich sind.
Der BUND testete in seiner Untersuchung insgesamt 44 vorgeblich insektenfreundliche Zierpflanzen, die in Deutschland und Österreich verkauft werden – die Ergebnisse sind erschreckend: Auf 42 Pflanzen (91 Prozent) konnten Pestizide nachgewiesen werden, auf 41 Prozent der Proben wurden sogar Pestizide gefunden, die für Bienen hochgiftig sind und wegen ihrer Giftigkeit teilweise keine EU-Zulassung haben. Insgesamt wurden 64 verschiedene Pestizide nachgewiesen, lediglich zwei Proben aus Österreich waren gänzlich pestizidfrei.
Hier findest du den ganzen Bericht:
BUND-Zierpflanzentest 2022
Was bedeutet das nun? Dass hier dringend staatliches Eingreifen nötig ist. Hochgiftige Pestizide auf insektenfreundlichen Blühpflanzen müssen verboten werden und der Import von Pflanzen, die mit Pestiziden ohne EU-Zulassung behandelt sind, muss unterbunden werden. Diese und weitere wichtige Maßnahmen findest du auch im BUND-Bericht auf Seite 8.
Aber zum Glück musst du nicht auf die Politik warten, um Pestizide zu vermeiden. Wir geben dir Tipps, wie du auch unter den derzeitigen Bedingungen schon etwas wirklich gutes für die Insekten tun kannst:
1. Kaufe Saatgut statt der Pflanzen und ziehe diese einfach selbst groß (natürlich ohne Pestizide). Das ist die sicherste Methode, allerdings erfordert sie etwas Geduld.
2. Kaufe Bio-Pflanzen. Achte dabei auf das Biosiegel oder eines der biologischen Anbauverbände (Neuland, Bioland, usw.).
Mit diesen zwei einfachen Tipps kannst du nun den Insekten Nahrung bieten, welche frei von Giften ist, und zugleich deinen Garten oder deinen Balkon in ein kleines Naturparadies verwandeln. Erzähle diese Tipps auch deinen Freund:innen und Bekannten, damit diese nicht aus Versehen Giftfallen für Insekten in ihren Garten setzen.
Mehr Tipps zum Thema Insektenschutz findest du hier:
https://www.facebook.com/photo/?fbid=666632282174996&set=a.415409480630612
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Quellen:
➡️ Infografik: Das sind die Ursachen für das Insektensterben | Statista
➡️ BUND warnt: Zierpflanzen sind oft eine Giftfalle! – [GEO]


Unkraut? – gibt’s nicht!
Als Löwenzahn, Schafgarbe, Distel, Gänseblümchen oder Brennnessel hat man es oft nicht leicht in hiesigen Gärten. Als unliebsames „Unkraut“ abgetan, wird den eigenwilligen, meist durchaus ansehnlichen Insektennährern nicht selten mit Mäher, Unkrautstecher, Hacke und Chemie-Cocktail nachgestellt – als „wildes Kraut“ folgen sie keiner „Beet“- oder „Kübellogik“, sondern machen es sich stattdessen, ganz nach ihrem Gusto, oft mitten im Rasen, in Pflasterritzen oder zwischen bis in die Blattspitze gepflegten Zuchtrosen oder anderen wohlgehegten „Beet-Lieblingen“ bequem.

Wusstest du, dass jene verhassten „Un“kräuter, welche in vielen Gärtner:innen blinde Vernichtungswut aufkeimen lassen, im ökologischen Gefüge als unverzichtbare (Spezial-)Nahrungsquellen und Schutz-Quartiere für Insekten und andere Tiere fungieren, mit ihrem meist ausladenden Wurzelwerk das Erdreich zusammen halten und zudem vor Erosion und Austrocknung schützen?

„Un“kraut ist Goldkraut!
Wilde Naturlieblinge wie etwa der Löwenzahn locken zahllose (bestäubende) Insekten wie (Wild-)Bienen und Schwebfliegen mit ihrem Überangebot an süßem Nektar und proteinhaltigem Pollen. Viele „Un“kräuter werfen zudem fetthaltige Samen ab, welche auch Kleintieren als energiespendender Snack dienen. Nahrungsspezialisten wie etwa Schmetterlinge – bspw. das Tagpfauenauge bzw. dessen Raupen – welche sich ausschließlich an Brennnesseln verpuppungsreif fressen, finden in ausgewählten „Un“kräutern ihren perfekten, bestandssichernden Gegenspieler, ohne welchen sie um ihre Existenz bangen müss(t)en – eine kleinere oder größere „Brennnessel-Ecke“ ist daher in jedem Garten ein Muss. Bis in den Herbst/Winter hinein dienen wilde Staudengewächse wie etwa die Schafgarbe Insekten und anderem Kleingetier als sichere Bleibe – ihre stabilen (unbeschnittenen!) Blütendolden spenden fragilen Geschöpfen Schutz, wenn es draußen zapfig wird, und verleihen deinem winterlichen Garten zudem Struktur. Moose aller Art sind nicht nur dekorativ, mit ihren wasserspeichernden und schadstoffbindenden Eigenschaften sind sie eine Wohltat fürs Mikroklima und beherbergen in ihrer weichen Mitte allerlei Kleingetier. Schmackhafte und heilbringende Wildkräuter, wie etwa der Spitzwegerich, laden zudem zum Naschen ein und peppen jeden Salat auf – dass man hier nicht zu viel auf einmal abrupfen sollte, versteht sich von selbst : )

Weitere essbare und schmackhafte Wildkräuter findest du HIER:
10 Unkräuter, die man essen kann (Übersicht) – Plantura


Die Natur kennt kein „Un“kraut:
Wo viele hochgezüchtete Kulturpflanzen als kleine Mimosen gelten, meistern robuste, an regionale Gegebenheiten perfekt angepasste „Un“kräuter klimatische Schwankungen und Wetterphänomene i.d.R. souverän. Mit einem „un“krautreichen Garten kannst du nicht nur Farbakzente setzen, sondern zudem ein natürlich authentisches Schlaraffenland für Insekten und Kleintiere schaffen, ohne erst ganze Beete kultivieren und täglich die Gießkanne schwingen zu müssen.

Wenn du auf etwas „Kosmetik“ in deinem Garten dennoch nicht verzichten möchtest, kannst du diesen – zwischen akkurat gesetzten Tulpen und Zuchtrosen – auch einfach partiell „verwildern“ lassen, und so kleine Wildkräuter-Inseln schaffen – deine tierischen Gartenbesucher werden es dir danken 

Übrigens: so ein paar Brennnesseln oder Schafgarben im Kübel machen sich auch auf dem Balkon richtig gut – Säen i.d.R. nicht nötig – die Pflänzchen bzw. deren Samen finden meist auch so zu dir : )

Welches wilde Kraut sich in deinem Garten bzw. auf deinem Balkon angesiedelt hat, kannst du z.B. HIER herausfinden:
Unkraut und Wildpflanzen (unkraeuter.info)
Was hat „Un“krautschutz mit Tierrechten zu tun? Wildkräuter aus ästhetischer oder wirtschaftlicher Motivation heraus extensiv zu verdrängen, oder gar zu zerstören, beraubt viele (Wild-)Tiere ihrer naturgegebenen Nahrungsquellen, gefährdet den Fortbestand vieler Arten und Parallel-Arten und unterminiert außerdem Naturschutz-Bemühungen, was unweigerlich eine Mehrgefährdung der Biodiversität zur Folge hat – deshalb, Mut zum „Un“kraut! 


Warum du in deinem Garten / auf deinem Balkon stets auf „ungefüllte Blumen“ setzen solltest, erklären wir dir HIER:
https://www.facebook.com/AnimalsUnited.eV/posts/666632302174994
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Quellen:
Naturnaher Garten: Warum es kein Unkraut gibt – [GEO]
Unkraut: Lebenswelt für Insekten | tegut…
Warum Unkraut kein Unkraut sein sollte (unkraeuter.info)
Warum wir Moos nicht beseitigen, sondern lieben sollten – [GEO]


Blumen bitte ohne „Füllung“ – Für Bienen & Co
Mit einer schier überwältigenden Fülle an Blütenblättern prahlen sie meist bis in den Spätsommer hinein im Blumenbeet – Dahlien, Pfingstrosen, Ranunkeln (Siehe Bild) und viele weitere florale Schönheiten. Insekten wie Bienen können gefüllte Blüten mit ihrem pompösen Auftritt allerdings nicht beeindrucken – denn das Mehr an Blütenblättern bedeutet unweigerlich ein Weniger an Nektar und Pollen für unsere summenden und brummenden Gartenbesucher.
Wo ungefüllte Blüten – wie etwa die der insektenfreundlichen Kapuzinerkresse, der Heckenrose oder der Fetthenne – nektarsaugende- und pollensammelnde Insekten praktisch mit „offenen Blütenblättern“ empfangen und ihnen so freien Zugang zu ihren nährenden Schätzen gewähren, ist ein Durchdringen zur Nektar- bzw. Pollenbar bei gefüllten Blumen kaum möglich – die vielen Blütenblätter versperren den hungrigen Insekten schlicht den Weg.
Warum eigentlich Nektar und Pollen? (Wild-)Bienen bspw. dient beides als basale Lebensgrundlage: Der zuckersüße Nektar versorgt die Insekten mit reichlich Energie, die Pollen wiederum dienen vornehmlich der Brut als Proteinquelle.
Die „Füllung“, also die blütenmittig sehr viel höhere Anzahl an Blütenblättern, welche gefüllten Blumen ihre Üppigkeit verleihen, ist übrigens im Zuge einer Mutation entstanden, welche die ursprünglichen Staubblätter zu Blütenblättern transformiert, und nicht selten auch eine Zurückbildung nektar- und pollenbildender Blütenorgane zur Folge hat.
Gefüllt oder ungefüllt? – So erkennst du’s:
Kannst du die Staubgefäße auf einen Blick erkennen, handelt es sich um eine ungefüllte und i.d.R. insektenfreundliche(re) Blume bzw. Pflanze.
Ungefüllte, besonders nahrhafte und zudem robuste Insektenlieblinge sind zum Beispiel die Fetthenne, die Kornblume, die Margerite, der Lavendel, die Sonnenblume, uvm…
Siehst du vor lauter Blättern keine Blüte bzw. keine Staubgefäße mehr, handelt es sich um eine gefüllte- und damit um eine Blüte, die vielen Insekten kaum bis gar keinen Mehrwert bietet.
Zu den Gefüllten zählen bspw. die Pfingstrose, die Zuchtrose, die Geranie, Varianten der Gartentulpe uvm…


Good to know: Viele Pflanzen-Arten sind sowohl in gefüllter-, als auch in ungefüllter Form erhältlich.


Vor allem mit wildwuchernden, blütentragenden Pflanzen wie etwa dem Löwenzahn, kannst du deinen geflügelten Gartenbesuchern durch die „ungefüllte“ Blume sagen, dass du sie schätzt, ohne erst ein ganzes Beet aufwändig bepflanzen zu müssen.
Mit welchen „ungefüllten“ floralen Schätzen du deinen Garten bzw. Balkon sonst noch bestücken kannst, um dich und Insekten glücklich zu machen, erfährst du u.a. HIER:
Pflanzen für den Insektengarten – NABU

Angesichts des gegenwärtigen und extensiven Artensterbens ist es besonders wichtig, Nahrungsquellen für Insekten zu schaffen, welche eine ungehinderte und maximal effektive Nektar- und Pollenaufnahme gewährleisten – wähle daher stets Blumen ohne „Füllung“ – diese sind wahre Bienenmagneten und stehen gefüllten Blüten in Sachen Duftintensität und optischer Anmut und Lieblichkeit in nichts nach.
WICHTIG
Wo Blüten möglichst ungefüllt sein sollten, können Wasserschalen dieser Tage kaum voll genug sein: 
Es wird heiß – Bitte stelle möglichst flache, saubere und gut zugängliche Tränken für durstige (Klein-)Säuger und Insekten in deinem Garten und auf deinem Balkon auf – DANKE 
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Quellen:
Gefüllte Blüten: Warum Insekten bei ihnen trotzdem leer ausgehen – Utopia.de
Gefüllte oder ungefüllte Blüte: Für Insekten ein lebenswichtiger Unterschied – ÖKO-TEST (oekotest.de)
Nur Pollen und Nektar? Warum Bienen nicht immer Vegetarier waren – Utopia.de