
Weidenkätzchen:
Insektennahrung –
keine (Oster-)Deko!



Silbrig schimmernd und überraschend samtig-weich sprießen sie dieser Tage gen Frühling – die Weidenkätzchen. Zur großen Freude vieler hungriger (Flug-)Insekten – wie etwa „Honig“bienen, Schmetterlingen, Hummeln und weiterer Wildbienenarten – liefern die flauschigen Blüten der Weide, als unverzichtbare Nahrungsquelle zu Frühlingsbeginn, mit als erste ein hohes Maß an Energie in Form von Nektar und dottergelbem Pollen. Sogar (Sing-)Vögel – wie der Zilpzalp und einige Meisenarten – profitieren von den nahrhaften Palmkätzchen – insbesondere von jenen, welche die Salweide hervorbringt. Wo Weidenkätzchen blühen, summt, brummt und zwitschert es. Rund 1000 Insektenarten laben sich im Laufe des Jahres an den Weiden.


Auch Spaziergänger:innen erfreuen sich an den silberigen Frühlings-Kätzchen. Angesichts des nahenden Osterfestes, zücken einige sogar Schere oder Messer und entschneiden die wilden Weiden-Blüten – trotz naturschutzbedingten Verbotes – samt Geäst der Natur bzw. pflücken diese, um sie dekorativ in eine Vase zu drapieren, Kränze zu binden oder Gestecke aufzuhübschen – zum großen Leidwesen zahlloser Insekten bzw. Tiere, welche nach dem entbehrungsreichen Winter auf die flauschigen Pollenträger angewiesen sind.
Insektennahrung –
keine (Oster-)Deko!



Vor allem nach den Strapazen der kalten Jahreszeit fungieren Frühblüher wie Weiden als erste zuverlässige Energiespender, wie sie derzeit zuhauf angeflogen werden – so betont etwa Christine Margraf vom „Bund Naturschutz in Bayern“: „Etliche blühende Weidenarten sind für die Insekten, die schon unterwegs sind, eine wichtige Nahrungsquelle.“ In einer agrargeprägten und pestizidbelasteten Landschaft ist ein konstantes und flächendeckendes Nahrungsangebot für (gefährdete) Insekten und viele andere Tiere nicht bzw. nur unzureichend gegeben – umso wichtiger ist es, lebensspendende, gehaltvolle Vegetationselemente wie Weiden zu erhalten und zu schonen – und diese nicht zu (österlichen) Dekozwecken der Natur zu entnehmen.




So verlockend samtig sie auch sein mögen: Belasse Weidenkätzchen und andere Wildblüher in der Natur – den Tieren zuliebe.




Das karge Nahrungsangebot für (frühe) Insekten und andere Tiere kannst du zudem aufwerten, indem du deinen Garten/Balkon mit heimischen Sträuchern, Kräutern und insektenfreundlichen Frühblühern bestückst – und diesen chemie- sowie mähroboterfrei hältst.
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Wie sieht deine natur- und tierfreundliche Osterdeko aus?
Quellen:
Warum Sie Weidenkätzchen nicht abschneiden sollten – [GEO]
Weidenkätzchen in der Natur lassen – BUND Naturschutz in Bayern e.V. (bund-naturschutz.de)

Des „flüssigen Goldes“ beraubt – “Massentierhaltung” für Honig


In unserem heutigen Beitrag erfährst du ungeahnte Fakten über die teils grausame Welt der Honigproduktion.


Bienen sind unfassbar wichtig für unsere Umwelt. Sie bestäuben Blumen/Pflanzen und sorgen für ein gesundes Ökosystem. Viele der rund 600 verschiedenen Wildbienenarten, die hierzulande leben, sind bedroht. Doch heute wollen wir uns mit einer ganz speziellen Bienenart auseinandersetzen, der Honigbiene.

Die Honigbiene ist eine der wenigen Bienenarten, welche nicht bedroht ist. Sie lebt natürlicherweise in Baumhöhlen und erzeugt Honig, um u.a. den Winter zu überleben. Leider wird gerade diese Eigenschaft der Honigproduktion oft ausgenutzt.


Honigwaffeln, Halsbonbons – überall ist er drinnen. Doch wo kommt der Honig eigentlich her und wie wird er produziert? Diese Frage stellen sich nur wenige. Der meiste Honig stammt aus China und der Türkei. Dort werden die armen Tiere – ihres “flüssigen Goldes” wegen – im industriellen Stil regelrecht ausgebeutet. 
Viele der fleißigen Insekten leiden unter Krankheiten und Parasiten, wie der Varroamilbe. Auch einige Expert:innen hinterfragen daher mittlerweile die heutzutage praktizierte Bienenhaltung. Die Varroamilben, die aus Asien eingeschleppt wurden, sind zum größten Teil verantwortlich für das (Honig-)Bienensterben. Honigbienen sind in der Lage, sich gegen diese gefährlichen Parasiten zu verteidigen. Die Bienen können die Milben durch Bisse töten. In herkömmlichen Behausungs-Kästen mangelt es ihnen jedoch oft an der nötigen Energie und Zeit, da ihre Hauptaufgabe meist darin besteht, Vorräte anzulegen.

Gewusst
In der Zeidlerei, einem Handwerk aus dem Mittelalter, wurden bspw. Baumstämme ausgehöhlt und als Bienenstöcke genutzt. Die Bienen gedeihen darin viel besser als in den üblichen, viereckigen Kästen, die seit rund 150 Jahren als Bienenbehausungen Verwendung finden. Die Baumstämme bieten den Bienen eine natürliche(re) Umgebung fürs Überleben.
In den eckigen Kästen – in Fachkreisen “Beuten” genannt – sieht es hingegen anders aus: Innerhalb dieser sind die Insekten i.d.R. vermehrt Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit ausgesetzt. Um dennoch ihre Kernwärme erhalten zu können, sind die Bienen nicht selten gezwungen, ein hohes Maß an zusätzlicher Energie aufzuwenden. Zudem haben sie dadurch weniger Zeit für natürliche, essenzielle Verhaltensweisen wie etwa das Eintragen von Nektar, das Fermentieren von Honig und Erholung, was für die Insekten sehr belastend sein kann.

Es gibt noch eine weitere interessante Hilfe für die Bienen: die Bücherskorpione. Diese kleinen Pseudoskorpione leben schon seit Urzeiten mit den Bienen zusammen. Sie ernähren sich von Dingen, die den Bienen schaden könnten. Leider wurde diese Kooperation durch die moderne Imkerei weitgehend verdrängt.

Der Honig, welcher aus Nektar und Pollen hergestellt wird, dient ihnen auch als Futtervorrat in den kalten Wintermonaten. Sie benötigen diesen als Nahrung für sich selbst und ihre Brut. Doch in der Imkerei wird ihnen der Honig i.d.R. weggenommen und durch Zuckerwasser ersetzt, was Auswirkungen auf das Immunsystem und die Lebensdauer der Tiere hat. Es ist wichtig, dass die Bienen genug Honig haben, um gesund und stark zu bleiben, da Zuckerwasser nicht alle Nährstoffe enthält, die der Honig den Bienen bietet.


Lass Bienen ihr “flüssiges Gold” – Alternativen für Honig sind Agavendicksaft, Reissirup, Ahornsirup etc.

Natürlich gibt es auch vegane Varianten wie Wonig, Coconut Nectar, Sweet Freedom UK etc.


Deinen veganen „Honig“ kannst du auch ganz einfach selbst herstellen:
Hier findest du einige Rezeptideen für veganen Honig zum selber machen.
Veganer Honig (Vonig) – selbst gemacht aus Kräutern und Blüten (smarticular.net)
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Quellen:
➡️Wie weit fliegt ein Bienenvolk für ein Glas Honig? | Bee Careful (bee-careful.com)
➡️Imkerei, Bienenzucht und Honig: Aktuelle Daten zur weltweiten Entwicklung – Statistisches Bundesamt (destatis.de)
➡️Erschöpfte Bienen: Soll ich sie mit Zuckerwasser aufpäppeln? – Tiere und Pflanzen – FOCUS online
➡️Artgerechter Bau für Bienen – W wie Wissen – ARD | Das Erste
➡️ Was wir über Honig gelernt haben und warum machen Bienen Honig? (toffundzuerpel.de)


Jetzt Blumenzwiebeln setzen – schon heute an die Hummelköniginnen von Morgen denken

Der nächste Frühling kommt gewiss – und mit ihm zahlreiche hungrige (Flug-)Insekten wie Bienen und Hummeln. Insbesondere kälteunempfindliche da in samtig warmen „Pelz“ gehüllte Hummelköniginnen tragen oft bereits im Februar ihre kleinen „Krönchen“ zur Schau, wenn sie als summende Frühlingsboten durch unsere Gärten sausen, um sich für ihre bevorstehende, kräfteraubende Volksgründung zu stärken. Diese kann den gestreiften Monarchinnen natürlich nur gelingen, wenn ausreichend Frühblüher ihren hohen Bedarf an lebensspendendem Nektar und Pollen decken – ganze Hummelvölker können an Nahrungsknappheit zugrunde gehen.
Damit die summenden Königinnen von Morgen ihrer verantwortungsvollen und bestandssichernden Aufgabe im kommenden Frühjahr gerecht werden und entsprechend neue Generationen zum Leben erwecken können, kannst du in deinem Garten / auf deinem Balkon bereits jetzt pflanzen bzw. setzen, was nach dem Winter deren farbenfrohe und duftende Lebensgrundlage bildet, denn: Was als schmucklose Blumenzwiebel über den Winter hinweg in der Erde schlummert, erblüht im Frühling als überraschend nektarsüßer, farbintensiver Insektenliebling.


JETZT Insektennahrung für’s kommende Jahr pflanzen: Als florale Frühlings-Starthilfe für Hummeln & Co eignen sich dabei u.a. besonders gut:
Krokusse: Sie verwandeln wintergraue Gärten bereits im Februar/März in ein Blütenmeer und sind dabei relativ anspruchslos. Ob Kübel, Beet, oder Rasen – Ob Sonne oder (Halb-)Schatten – Krokusse gedeihen nahezu überall, sind winterhart und bedürfen kaum Pflege: Im Herbst kannst du ihre Zwiebeln rund zehn Zentimeter tief in die Erde setzen – gerne schön dicht beieinander – „gruppiert“ wirken Krokusse besonders eindrucksvoll.
Schneeglöckchen: Seine lieblichen weißen Blüten trotzen zwischen Februar und März den letzten winterlichen Nachwehen. Auch das mehrjährige Schneeglöckchen ist sehr pflegeleicht und anspruchslos – so kannst du es sowohl im Garten als auch auf dem Balkon ansiedeln.
Märzenbecher/Märzbecher: Wie der Name erahnen lässt, entfalten Märzenbecher um den März herum ihre zarten, in gelbgrünen Spitzen auslaufenden Blüten, die in Form und Färbung sehr denen des Schneeglöckchens ähneln. Auf waldigen Böden im Halbschatten unter Bäumen oder Sträuchern stehend, fühlen sich die weißen Frühlingsboten besonders wohl.
Hyazinthen: Mit ihrem intensiven Duft und ihrer leuchtenden Farbigkeit wirken sie auf Insekten besonders betörend. In ihrer Hauptblütezeit zwischen März und April werden sie daher oft und gerne angeflogen. Beim Setzen ihrer Zwiebeln solltest du rund 15 Zentimeter „Pflanzabstand“ einhalten.
Traubenhyazinthen: Die kleine „Schwester“ der Hyazinthen zeigt von März bis Mai ihre traubenförmig angeordneten, blauen Blüten, welche u.a. bei Hummeln und Bienen besonders beliebt sind. Nicht nur im Garten – auch auf dem Balkon breiten sich Traubenhyazinthen zuverlässig aus.
Schneeglanz/Schneeholz: Einen besonders dichten Bewuchs verspricht der blaublütige Schneeglanz – auch Schneeholz genannt – der seine eindrucksvollen Blüten zwischen März und April für hungrige Insekten öffnet. Er ist winterhart und tritt daher mehrjährig in Erscheinung. Am liebsten „glänzt“ der Schneeglanz an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.
Winterling: Mit ihren dichten Blättern bilden Winterlinge ganze „Blütenteppiche“ ab Februar. Unter Gehölzen aller Art wuchert der gelb blühende und anspruchslose „Bodendecker“ besonders gerne für hungrige Insekten. Lediglich bei Nacht schließt der Winterling seine Nektarbar bzw. Blüten, wenn es frisch und dunkel wird.

Warum JETZT? Blumenzwiebeln brauchen es frostig, um im kommenden Frühjahr auszutreiben und ihre ganze insektennährende Pracht zu entfalten. Du solltest sie daher ab September in die Erde setzen. Im besten Fall bettest du die Zwiebeln dabei doppelt so tief, wie sie hoch sind. Untergestreuter Sand oder Kieselsteinchen können als „Drainageschicht“ dienen, wenn der Boden undurchlässig ist.


Gartenschaufel raus und ran an die Zwiebeln – damit auch die nächstjährigen Königinnen und deren Abkömmlinge genug zum Futtern haben!
Eine große Auswahl an entsprechenden Blumenzwiebeln findest du z.B. in (Online-)Gärtnereien.


Hast du in deinem Garten / auf deinem Balkon bereits Insektennahrung für’s kommende Jahr gepflanzt?
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Quellen:
Frühblüher pflanzen: 8 insektenfreundliche Sorten – [GEO]
Die 11 besten Zwiebelblumen für Bienen im Frühling | freudengarten

Das Insektensterben ist dramatisch. Vorangetrieben durch u.a. intensive Landwirtschaft und extensiven Pestizid-Einsatz, verliert die Natur immer mehr ihrer unverzichtbaren Bestäuber. Umso wichtiger ist es, dass sich Menschen bemühen, den Insekten zu helfen und ihnen z.B. mit pollen- und nektarhaltigen Blühpflanzen Nahrung zu bieten. Doch wie eine Untersuchung des BUND zeigt, kann dieser gut gemeinte Versuch auch den gegenteiligen Effekt haben. Wir zeigen dir, worauf du beim Kauf von vermeintlich insektenfreundlichen Pflanzen achten musst, damit diese auch wirklich insektenfreundlich sind.
Der BUND testete in seiner Untersuchung insgesamt 44 vorgeblich insektenfreundliche Zierpflanzen, die in Deutschland und Österreich verkauft werden – die Ergebnisse sind erschreckend: Auf 42 Pflanzen (91 Prozent) konnten Pestizide nachgewiesen werden, auf 41 Prozent der Proben wurden sogar Pestizide gefunden, die für Bienen hochgiftig sind und wegen ihrer Giftigkeit teilweise keine EU-Zulassung haben. Insgesamt wurden 64 verschiedene Pestizide nachgewiesen, lediglich zwei Proben aus Österreich waren gänzlich pestizidfrei.
Hier findest du den ganzen Bericht:
BUND-Zierpflanzentest 2022
Was bedeutet das nun? Dass hier dringend staatliches Eingreifen nötig ist. Hochgiftige Pestizide auf insektenfreundlichen Blühpflanzen müssen verboten werden und der Import von Pflanzen, die mit Pestiziden ohne EU-Zulassung behandelt sind, muss unterbunden werden. Diese und weitere wichtige Maßnahmen findest du auch im BUND-Bericht auf Seite 8.
Aber zum Glück musst du nicht auf die Politik warten, um Pestizide zu vermeiden. Wir geben dir Tipps, wie du auch unter den derzeitigen Bedingungen schon etwas wirklich gutes für die Insekten tun kannst:
1. Kaufe Saatgut statt der Pflanzen und ziehe diese einfach selbst groß (natürlich ohne Pestizide). Das ist die sicherste Methode, allerdings erfordert sie etwas Geduld.
2. Kaufe Bio-Pflanzen. Achte dabei auf das Biosiegel oder eines der biologischen Anbauverbände (Neuland, Bioland, usw.).
Mit diesen zwei einfachen Tipps kannst du nun den Insekten Nahrung bieten, welche frei von Giften ist, und zugleich deinen Garten oder deinen Balkon in ein kleines Naturparadies verwandeln. Erzähle diese Tipps auch deinen Freund:innen und Bekannten, damit diese nicht aus Versehen Giftfallen für Insekten in ihren Garten setzen.
Mehr Tipps zum Thema Insektenschutz findest du hier:
https://www.facebook.com/photo/?fbid=666632282174996&set=a.415409480630612
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Quellen:
➡️ Infografik: Das sind die Ursachen für das Insektensterben | Statista
➡️ BUND warnt: Zierpflanzen sind oft eine Giftfalle! – [GEO]


Unkraut? – gibt’s nicht!
Als Löwenzahn, Schafgarbe, Distel, Gänseblümchen oder Brennnessel hat man es oft nicht leicht in hiesigen Gärten. Als unliebsames „Unkraut“ abgetan, wird den eigenwilligen, meist durchaus ansehnlichen Insektennährern nicht selten mit Mäher, Unkrautstecher, Hacke und Chemie-Cocktail nachgestellt – als „wildes Kraut“ folgen sie keiner „Beet“- oder „Kübellogik“, sondern machen es sich stattdessen, ganz nach ihrem Gusto, oft mitten im Rasen, in Pflasterritzen oder zwischen bis in die Blattspitze gepflegten Zuchtrosen oder anderen wohlgehegten „Beet-Lieblingen“ bequem.

Wusstest du, dass jene verhassten „Un“kräuter, welche in vielen Gärtner:innen blinde Vernichtungswut aufkeimen lassen, im ökologischen Gefüge als unverzichtbare (Spezial-)Nahrungsquellen und Schutz-Quartiere für Insekten und andere Tiere fungieren, mit ihrem meist ausladenden Wurzelwerk das Erdreich zusammen halten und zudem vor Erosion und Austrocknung schützen?

„Un“kraut ist Goldkraut!
Wilde Naturlieblinge wie etwa der Löwenzahn locken zahllose (bestäubende) Insekten wie (Wild-)Bienen und Schwebfliegen mit ihrem Überangebot an süßem Nektar und proteinhaltigem Pollen. Viele „Un“kräuter werfen zudem fetthaltige Samen ab, welche auch Kleintieren als energiespendender Snack dienen. Nahrungsspezialisten wie etwa Schmetterlinge – bspw. das Tagpfauenauge bzw. dessen Raupen – welche sich ausschließlich an Brennnesseln verpuppungsreif fressen, finden in ausgewählten „Un“kräutern ihren perfekten, bestandssichernden Gegenspieler, ohne welchen sie um ihre Existenz bangen müss(t)en – eine kleinere oder größere „Brennnessel-Ecke“ ist daher in jedem Garten ein Muss. Bis in den Herbst/Winter hinein dienen wilde Staudengewächse wie etwa die Schafgarbe Insekten und anderem Kleingetier als sichere Bleibe – ihre stabilen (unbeschnittenen!) Blütendolden spenden fragilen Geschöpfen Schutz, wenn es draußen zapfig wird, und verleihen deinem winterlichen Garten zudem Struktur. Moose aller Art sind nicht nur dekorativ, mit ihren wasserspeichernden und schadstoffbindenden Eigenschaften sind sie eine Wohltat fürs Mikroklima und beherbergen in ihrer weichen Mitte allerlei Kleingetier. Schmackhafte und heilbringende Wildkräuter, wie etwa der Spitzwegerich, laden zudem zum Naschen ein und peppen jeden Salat auf – dass man hier nicht zu viel auf einmal abrupfen sollte, versteht sich von selbst : )

Weitere essbare und schmackhafte Wildkräuter findest du HIER:
10 Unkräuter, die man essen kann (Übersicht) – Plantura


Die Natur kennt kein „Un“kraut:
Wo viele hochgezüchtete Kulturpflanzen als kleine Mimosen gelten, meistern robuste, an regionale Gegebenheiten perfekt angepasste „Un“kräuter klimatische Schwankungen und Wetterphänomene i.d.R. souverän. Mit einem „un“krautreichen Garten kannst du nicht nur Farbakzente setzen, sondern zudem ein natürlich authentisches Schlaraffenland für Insekten und Kleintiere schaffen, ohne erst ganze Beete kultivieren und täglich die Gießkanne schwingen zu müssen.

Wenn du auf etwas „Kosmetik“ in deinem Garten dennoch nicht verzichten möchtest, kannst du diesen – zwischen akkurat gesetzten Tulpen und Zuchtrosen – auch einfach partiell „verwildern“ lassen, und so kleine Wildkräuter-Inseln schaffen – deine tierischen Gartenbesucher werden es dir danken 

Übrigens: so ein paar Brennnesseln oder Schafgarben im Kübel machen sich auch auf dem Balkon richtig gut – Säen i.d.R. nicht nötig – die Pflänzchen bzw. deren Samen finden meist auch so zu dir : )

Welches wilde Kraut sich in deinem Garten bzw. auf deinem Balkon angesiedelt hat, kannst du z.B. HIER herausfinden:
Unkraut und Wildpflanzen (unkraeuter.info)
Was hat „Un“krautschutz mit Tierrechten zu tun? Wildkräuter aus ästhetischer oder wirtschaftlicher Motivation heraus extensiv zu verdrängen, oder gar zu zerstören, beraubt viele (Wild-)Tiere ihrer naturgegebenen Nahrungsquellen, gefährdet den Fortbestand vieler Arten und Parallel-Arten und unterminiert außerdem Naturschutz-Bemühungen, was unweigerlich eine Mehrgefährdung der Biodiversität zur Folge hat – deshalb, Mut zum „Un“kraut! 


Warum du in deinem Garten / auf deinem Balkon stets auf „ungefüllte Blumen“ setzen solltest, erklären wir dir HIER:
https://www.facebook.com/AnimalsUnited.eV/posts/666632302174994
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Quellen:
Naturnaher Garten: Warum es kein Unkraut gibt – [GEO]
Unkraut: Lebenswelt für Insekten | tegut…
Warum Unkraut kein Unkraut sein sollte (unkraeuter.info)
Warum wir Moos nicht beseitigen, sondern lieben sollten – [GEO]


Blumen bitte ohne „Füllung“ – Für Bienen & Co
Mit einer schier überwältigenden Fülle an Blütenblättern prahlen sie meist bis in den Spätsommer hinein im Blumenbeet – Dahlien, Pfingstrosen, Ranunkeln (Siehe Bild) und viele weitere florale Schönheiten. Insekten wie Bienen können gefüllte Blüten mit ihrem pompösen Auftritt allerdings nicht beeindrucken – denn das Mehr an Blütenblättern bedeutet unweigerlich ein Weniger an Nektar und Pollen für unsere summenden und brummenden Gartenbesucher.
Wo ungefüllte Blüten – wie etwa die der insektenfreundlichen Kapuzinerkresse, der Heckenrose oder der Fetthenne – nektarsaugende- und pollensammelnde Insekten praktisch mit „offenen Blütenblättern“ empfangen und ihnen so freien Zugang zu ihren nährenden Schätzen gewähren, ist ein Durchdringen zur Nektar- bzw. Pollenbar bei gefüllten Blumen kaum möglich – die vielen Blütenblätter versperren den hungrigen Insekten schlicht den Weg.
Warum eigentlich Nektar und Pollen? (Wild-)Bienen bspw. dient beides als basale Lebensgrundlage: Der zuckersüße Nektar versorgt die Insekten mit reichlich Energie, die Pollen wiederum dienen vornehmlich der Brut als Proteinquelle.
Die „Füllung“, also die blütenmittig sehr viel höhere Anzahl an Blütenblättern, welche gefüllten Blumen ihre Üppigkeit verleihen, ist übrigens im Zuge einer Mutation entstanden, welche die ursprünglichen Staubblätter zu Blütenblättern transformiert, und nicht selten auch eine Zurückbildung nektar- und pollenbildender Blütenorgane zur Folge hat.
Gefüllt oder ungefüllt? – So erkennst du’s:
Kannst du die Staubgefäße auf einen Blick erkennen, handelt es sich um eine ungefüllte und i.d.R. insektenfreundliche(re) Blume bzw. Pflanze.
Ungefüllte, besonders nahrhafte und zudem robuste Insektenlieblinge sind zum Beispiel die Fetthenne, die Kornblume, die Margerite, der Lavendel, die Sonnenblume, uvm…
Siehst du vor lauter Blättern keine Blüte bzw. keine Staubgefäße mehr, handelt es sich um eine gefüllte- und damit um eine Blüte, die vielen Insekten kaum bis gar keinen Mehrwert bietet.
Zu den Gefüllten zählen bspw. die Pfingstrose, die Zuchtrose, die Geranie, Varianten der Gartentulpe uvm…


Good to know: Viele Pflanzen-Arten sind sowohl in gefüllter-, als auch in ungefüllter Form erhältlich.


Vor allem mit wildwuchernden, blütentragenden Pflanzen wie etwa dem Löwenzahn, kannst du deinen geflügelten Gartenbesuchern durch die „ungefüllte“ Blume sagen, dass du sie schätzt, ohne erst ein ganzes Beet aufwändig bepflanzen zu müssen.
Mit welchen „ungefüllten“ floralen Schätzen du deinen Garten bzw. Balkon sonst noch bestücken kannst, um dich und Insekten glücklich zu machen, erfährst du u.a. HIER:
Pflanzen für den Insektengarten – NABU

Angesichts des gegenwärtigen und extensiven Artensterbens ist es besonders wichtig, Nahrungsquellen für Insekten zu schaffen, welche eine ungehinderte und maximal effektive Nektar- und Pollenaufnahme gewährleisten – wähle daher stets Blumen ohne „Füllung“ – diese sind wahre Bienenmagneten und stehen gefüllten Blüten in Sachen Duftintensität und optischer Anmut und Lieblichkeit in nichts nach.
WICHTIG
Wo Blüten möglichst ungefüllt sein sollten, können Wasserschalen dieser Tage kaum voll genug sein: 
Es wird heiß – Bitte stelle möglichst flache, saubere und gut zugängliche Tränken für durstige (Klein-)Säuger und Insekten in deinem Garten und auf deinem Balkon auf – DANKE 
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Quellen:
Gefüllte Blüten: Warum Insekten bei ihnen trotzdem leer ausgehen – Utopia.de
Gefüllte oder ungefüllte Blüte: Für Insekten ein lebenswichtiger Unterschied – ÖKO-TEST (oekotest.de)
Nur Pollen und Nektar? Warum Bienen nicht immer Vegetarier waren – Utopia.de